Zunder




Jetzt neu verfügbar, das umfassende Lexikon über das Mittelater, mit mehr als 3.900 Seiten und über 6.400 Einträgen. Download als eBook ist hier verfügbar.

Das Nachschlagewerk gibt einen umfangreichen Überblick über die Zeit des Mittelalters, erfahre hier mehr darüber!

Zunder (mhd. zunder). Zum Feuermachen bediente man sich eines Materials, das durch einen Zündfunken leicht in Glut oder auch in Brand versetzt werden kann. Im Mittelalter und bis in die Neuzeit stammte Zunder überwiegend vom Zunderschwamm (Feuerschwamm; Fomes fomentarius). Dieser mehrjährige große Baumpilz wächst vorzugsweise auf abgestorbenen oder kranken Buchen und Birken. Man findet ihn jedoch auch an Eiche, Erle, Linde, Ulme und Walnussbaum. Nach der Ernte der Pilze wurden die obere Rinden- und die unere Porenschicht abgetrennt und verworfen, das dazwischenliegende faserige Trama in Pottaschelauge gekocht, getrocknet, in Streifen geschnitten, danach mit einem hölzernen Schlägel zu einer flachen, dünnen Scheibe zurechtgeklopft und abschließend in Salpeterlösung eingeweicht. Wieder getrocknet sind die salpeterhaltigen Zunderstreifen mittels Zündfunken leicht in Glut zu versetzen und glimmen anhaltend und ohne Rauch- und Gestanksentwicklung. (Die Redewendung “Brennt wie Zunder” ist unrichtig; Zunder glimmt nur, er brennt nicht.) Um den Zunder noch leichter brennbar zu machen, wurde ihm gelegentlich noch Schießpulver beigemengt. Je nach Herstellungsweise unterschied man gelben, braunen, schwarzen oder weißen Zunder. Die Konsistenz ist am ehesten der von Fensterleder zu vergleichen.

Geeignetes Zundermaterial konnte man auch – nach intensivem Trocknen – aus Wespennest, Distelsamenköpfen, Silberweiden- und Löwenzahn-Flugsamen, aus der oberen Schicht der Birkenrinde und aus Rohrkolben-Watte gewinnen.

Die Zunderbereitung war zunächst Sache häuslicher Selbstversorgung und gewerbsmäßger Zundermacher. Ende des Mittelalter entwickelte sich mancherorts – etwa in Neustadt am Rennsteig – eine regelrechte Zunderindustrie, die bis weit ins 19. Jh. den Markt belieferte.

Zur Aufbewahrung kannte man Zundertäschchen, die am Gürtel getragen wurden und außer Glosenzunder noch trockenes, feinfaseriges Material zum Entflammen enthielten (z.B. trockenes Moos und getrocknete Baumflechten, Birkenrindenhäutchen, Holundermark, Distelwolle, Hanffasern).

Außer zur Feuerentzündung fand Zunderschwamm wegen seiner Saugfähigkeit zur Blutstillung und als Wundauflage Verwendung.




Das Lexikon,  als digitales eBook, über das Mittelalter mit 3.979 Seiten und mehr als 6.400 Einträgen, gibt einen umfassenden Überblick über die Zeit des Mittelalters. Vom Ablass, über Blutpfennig und Kernburg, bis zu Zunftordnung und Zwölf Alte Meister. Ein eBook als Nachschlagewerk, das die Aspekte der europäischen Geschichte, Gesellschaft und Kultur von 500 bis 1500 n. Chr.  abdeckt.

Das eBook jetzt für nur 6,99 EUR, inkl. MWST kaufen, sicher über unseren Partner digistore24 herunterladen

Wir setzen Cookies (eigene und von Drittanbietern) ein, um Ihnen die Nutzung unserer Webseite zu erleichtern und Ihnen Werbemitteilungen im Einklang mit Ihren Browser-Einstellungen anzuzeigen. Mit der weiteren Nutzung unserer Webseite sind Sie mit dem Einsatz der Cookies einverstanden. Weitere Informationen zu Cookies entnehmen Sie bitte unserer Datenschutzerklärung und Cookie-Richtlinie.

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen