Die Teilungen des Frankenreiches




Nach 30 jähriger Regierungszeit starb Chlodwig (511) im Alter von 45 Jahren. Seine vier Söhne teilten das Frankenreich unter sich auf. Obwohl die Teile verschieden groß waren, erhielt, entsprechend den Rechtsanschauungen der Gentilordnung (Sippenverfassung), jeder die gleichen Rechte über das Reich zugesprochen. In dem Kernland des Frankenreiches bekam jeder einen Anteil. So wurden Reims (Theuderich), Soissons (Chlothar), Orléans (Chlodomer) und Paris (Childebert) die Sitze der fränkischen Teilkönige. Jeder von ihnen nannte sich „Rex francorum“ (König der Franken).

Die von Chlodwig begonnene Ausweitung des Reiches wurde von seinen Nachfolgern nach verschiedenen Richtungen hin fortgesetzt. Das Reich der Burgunder, mit deren Hilfe Chlodwig die Westgoten besiegt hatte, verlor nach harten Kämpfen in den Jahren von 523 bis 532 seine Selbständigkeit. Noch bevor die Burgunder vollständig unterworfen worden waren, zogen die Franken des östlichen Reichsteils gegen die Thüringer. Dabei wurden sie von den Sachsen unterstützt. Die Thüringer hatten ein großes Reich gegründet, das sich von der Elbe und Saale bis an die Donau erstreckte. In die Nordgebiete des Reiches drangen die Sachsen, in den südlichen Teil die Franken ein, so dass die Thüringer auf den Kern ihres Reiches beschränkt wurden, der heute noch ihren Namen trägt. Von nun an erstreckte sich das Frankenreich über den größten Teil Galliens bis in die später deutschen Gebiete. Die Franken waren die stärkste Macht in Europa geworden. Nachdem der letzte Sohn Chlodwigs das Reich in der Mitte des 6. Jahrhunderts noch einmal für drei Jahre hatte allein regieren können, setzte sich unter seinen Nachfolgern allmählich eine Dreiteilung durch. Man bildete ein Westreich (Neustrien) mit Paris als Zentrum, ein Ostreich (Austrasien) um Reims und Metz sowie einen Reichsteil Burgund. Diese Teile haben sich in den folgenden Jahrhunderten noch oft verändert, Ostreich und Westreich sind jedoch die Grundlage für das spätere Deutschland und Frankreich geworden.

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