Ritterliche Dichtung im Mittelalter

Ein rechter Ritter brauchte zwar nicht lesen und schreiben zu können, wohl aber sollte er dichten und musizieren lernen. Bisher hatten die Geistlichen die Führung in der Dichtung; lateinisch war die Sprache, fromm und kirchlich war meistens der Inhalt. Jetzt wird das ganz anders. Der Ritter und seine Welt beherrschen nunmehr die Dichtung, die Muttersprache übernimmt wieder die Führung und verdrängt das Lateinische immer mehr. Freilich war es nicht mehr die klangreiche althochdeutsche Sprache, in der noch der Heliand geschrieben ist, sondern das stark vereinfachte Mittelhochdeutsch, das aber immer noch viel reichen und voller klingt als unsere neuhochdeutsche Schriftsprache.

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Literatur im Mittelalter

Ein Jahrtausend lang, zwischen dem Ausklang der Antike um 500 bis weit in die hohe Zeit des Humanismus um 1500, blühte im europäischen Abendland die mittellateinische Literatur. Nahezu alles, was im Mittelalter gedacht, gedichtet und gedeutet wurde, hielt man handschriftlich in der von den Römern ererbten, im westlichen Europa einzig literaturfähigen lateinischen Sprache fest, die in der Schule erst erlernt werden musste. Der Umfang der überlieferten mittellateinischen Literatur übertrifft den der antik-römischen wie auch der volkssprachlichen mittelalterlichen Literaturen bei weitem. Heute bewahren Bibliotheken und Archive das reiche Erbe des Mittelalters in Handschriften und Frühdrucken.

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