Landwirtschaft im Mittelalter




Durch das Entstehen der Städte und die damit verbundenen Ausbreitung der Waren-Geld-Beziehungen entstanden viele Märken, auf denen Erzeugnisse der Landwirtschaft abgesetzt werden konnten. Seit dem 13. Jahrhundert wurden neben Getreide verstärkten Maße Nutzpflanzen angebaut, die vom städtischen Gewerbe benötigt wurden, so zum Beispiel Flachs für die Herstellung  von Textilien. Der Weinbau dehnte sich bis weit nach Norddeutschland aus. In Thüringen gewann der Anbau von Waid besondere Bedeutung. Der städtische Bedarf an Wolle führte zur verstärkten Schafhaltung. Die städtische Nachfrage nach Fleisch bewirkte die Vermehrung der Rinder- und Schweineherden.

Die Erträge in der Landwirtschaft waren jedoch gering. Die Bauern konnten mit den primitiven Ackergeräten dem Boden nur bescheidene Erträge abringen, von denen noch die Abgaben an den Feudalherrn, die Kirche und den Landesherrn zu leisten waren. Unter diesen Verhältnissen musste der Bauer, um wenigstens den Lebensunterhalt zu sichern, den Acker, allein für den Anbau von Getreide, Hülsenfrüchten sowie Ölfrüchten, die gleichzeitig Farbstoffe lieferten, verwenden. Für Futterkräuter blieb kein Platz. Eine ertragreiche Wiesenkultur war unmöglich, weil die Inhaber der Mühlen eifersüchtig über die Gewässer wachten. Das Vieh musste sich als sein Futter auf unbebauten Weiden suchen und verstreute dort den Dung. Die Düngerknappheit verhinderte die Weiterentwicklung der aus dem Mittelalter überlieferten Dreifelderwirtschaft, so dass jeweils ein Drittel des nutzbaren Bodes brachlag. An einer intensiven Bewirtschaftung des Bodens war also nicht zu denken. Der Feudalismus begann bereits die landwirtschaftliche Entwicklung zu hemmen.

Landwirtschaft im Mittelalter
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