Rittersfrau im Mittelalter




Ein besonderes Kennzeichen der ritterlichen Zeit liegt darin, dass jetzt zum ersten Male in unsere Geschichte die Frau im öffentlichen Leben hervortritt. Die Mädchen ritterlichen Standes wurden unter der Obhut ihrer Mutter mit allen Aufgaben der Hausfrau in Küche und Keller, am Webstuhl und Stickrahmen vertraut gemacht.

Aber sie erhielten durch den Burggeistlichen auch Unterricht in der französischen und lateinischen Sprache und waren darin den Knaben weit überlegen. Besonders wichtig wurde es aber, dass die Frauen an den Turnieren und Festen teilnahmen. Dadurch wurde die rauen Sitten dieser kriegerischen Zeit verfeinert und veredelt. Viele Ritter feierten die edlen Frauen in ihren Liedern und kämpften ihrer Herrin zu Ehren in manchem Turnier.

Diese Hochschätzung der Frau ging aufs engste zusammen mit der Verehrung der Gottesmutter Maria, die durch die neugegründeten Orden besonders gefördert wurde. So waren alle Kirchen der Zisterzienser der Himmelskönigin geweiht. Eine edle Frauengestalt der deutschen Ritterzeit war die heilige Elisabeth, Landgräfin von Thüringen, von der die Sales das Rosenwunder erzählt.

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