Magna Carta




Die des Öfteren nur kurz als Magna Carta bezeichnete Magna Carta Libertatum, auf Deutsch beispielsweise „großer Freibrief“, ist eine von Johann Ohneland am 15. Juni 1215 in England unterzeichnete Vereinbarung mit dem rebellierenden englischen Adel. Sie gilt als die bedeutendste englische Staatsverfassung. Ein wesentlicher Teil der Magna Carta ist eine wortgetreue Kopie der Charter of Liberties of Henry I., welche dem englischen Adel seine Anrechte gewährte.

Die Magna Carta garantierte grundlegende politische Freiheiten der Edelleute gegenüber dem englischen König, dessen Land seinerzeit Lehensgut des Papstes Innozenz III. war. Der Kirche wurde die Freiheit von der Krone garantiert. Sie wurde vom König nur auf erheblichen Druck der Freiherren akzeptiert.

Magna Carta
Magna Carta

Wirkliche Bedeutsamkeit begann die Magna Carta erst bei Johann Ohnelands Sohn, Heinrich III., zu entfalten. 1217, als das englische Königtum sich vor dem Hintergrund der Herrschaft für den Zehnjährigen in einer Krise befand und die Barone sich weigerten, weitere Abgaben abzuführen, wurde die Magna Carta bekräftigt. Von nun an diente sie andauernd als Verhandlungsbasis zwischen König und Adel und erhielt beinahe schon heiligen Charakter. 1225 wurde sie erneut bestätigt. Im Verlauf der Herrschaftszeit Heinrichs III. bildete sich so die für England moderne Maxime der Überprüfung eines Königs durch ein schriftliches Gesetz heraus.

Die Magna Carta ist weiterhin Bestandteil des englischen Rechts. Allerdings sind alle Paragraphen im Laufe der Zeit abgelöst oder ausgetauscht worden, so dass sie nur noch historische und symbolische Aussagekraft besitzt.

Eine Charakteristik der Magna Carta ist, dass es über ein zwölf Originale gab. Damit das Schriftstück in sämtlichen Teilen des einstmaligen Landes durchgesetzt werden konnte, wurde für jede Grafschaft ein Exemplar angefertigt und am 19. Juni 1215 durch den König signiert. Die Dokumente heben sich dabei in ihrem Ausmaß und Gestalt ebenso wie  im Wortlaut von einander ab.




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