Peter Abälard




* Le Pallet bei Nantes 1079, † Kloster Saint-Marcel bei Chalon-sur-Saône 21.4.1142

Frz. Theologe und Philosoph. – Schüler des Roscelin von Compiègne, später Wilhelm von Champeaux. Lehrte insbesonders Dialektik in Melun, Corbeil und Paris, wo seine Liebe zu Heloise, seiner Schülerin, begann, deren Oheim, der Kanoniker Fulbert, ihn entmannen ließ. Gilt als richtungsweisender Hauptvertreter der Frühscholastik vor allem auf den Gebieten der Logik, Erkenntnistheorie und einer philosophisch fundierten Theologie. Im Universalienstreit vertrat er eine vermittelnde Position: Nach ihr sind die Universalien als Übereinstimmungen “in den Dingen” (in rebus) zwar existent, doch nur von Menschen erfundene Wörter; andererseits sind sie aber auch nicht nur willkürliche Festsetzungen menschlicher Rede, sondern haben ihre Norm in der “Natur der Dinge”. Zwar hielt er grundsätzlich an der Autorität der Offenbarung fest, trug aber zugleich zur Emanzipation der Vernunft bei, der er in Zweifelsfällen die Möglichkeit begründeter eigenständiger Entscheidung zuerkannte. Seine Liebe zu Heloise stellte Abälard in der “Historica calamitatum mearum” (zwischen 1133 und 1136) unter Beifügung eines wohl fingierten Briefwechsels dar.

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