Pippin

Cinque Terre Forest
Lexikon des Mittealters Leben im Schatten der Zinnen: Burgen des Mittelalters und ihr Alltag
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Hatte Karl Martell besonders im Innern auf die Weiterentwicklung der feudalen
Ordnung eingewirkt, so konnten seine Nachfolger auf dieser Grundlage auch eine
aggressive Außenpolitik durchführen. Pippin (der Jüngere) wehrte die Angriffe
der Sachsen ab und zwang sie zu Tributzahlungen. Später (746) unterwarf er die
Alemannen, die sich vom Frankenreich trennen wollten. Eine gewisse Selbständigkeit der Bayern konnte er dagegen nicht verhindern. Dann brach er in
jahrelangen erbitterten Kämpfen die Selbständigkeit Septimaniens (759) und
Aquitaniens (768).

Pippin beendete die schon über hundert Jahre andauernde Scheinherrschaft
der Merowinger und erwarb für seine Familie den Titel des rex francorum. Um
Seinen Ansprüchen Geltung zu verschaffen, wünschte Pippin die Unterstützung des Papstes bei der Erlangung des Königtums. Als eine fränkische
Gesandtschaft in Rom fragte, wer König im Frankenreich sein sollte, erklärte
der Papst, es sei besser, dass derjenige, der die Macht habe, auch selbst König
sei. Daraufhin wurde Pippin von den Franken zum König erhoben, empfing
allerdings anschließend von -den Bischöfen die kirchliche Weihe. Damit verband
sich die Aufforderung, dem König Treue und Gehorsam zu leisten. Den Lohn für
die Unterstützung empfing der Papst mehrere Jahre später; Pippin zog mit dem
fränkischen Heer nach Italien und besiegte die Langobarden, die den Papst sehr
hart bedrängten. Die Langobarden mussten einen kleinen Teil ihres Gebietes abtreten. Diesen Teil erhielt der Papst von Pippin als Herrschaftsgebiet. Die
Kirche stützte sich bei diesen Gebietszuweisungen auf eine gefälschte Urkunde (Konstantinische Schenkung). Diese sollte angeblich von dem römischen
Kaiser Konstantin ausgestellt worden sein und enthielt unter anderem die
Behauptung, dem Papst stünde die Oberherrschaft über die Gebiete des Westens
(also auch über das Frankenreich) zu. Solche Fälschungen wirkten damals,
weil nur die Geistlichen schreiben und lesen konnten und infolgedessen eine
Kontrolle des Inhalts oder gar der Echtheit nicht möglich war. So trat hier der
Papst, ursprünglich nur Bischof von Rom, den weltlichen Herrschern gegenüber
mit großen Ansprüchen auf. Er wollte nicht nur auf dem Gebiete der christlichen
Religion das entscheidende Wort sprechen, sondern auch in die weltlichen Angelegenheiten eingreifen.

Am Ende seiner Regierungszeit konnte Pippin das F rankenreich als eine starke
Macht an seine Söhne vererben es blieb einem von diesen, Karl, vorbehalten,
diese Macht weiter auszudehnen und zur größten in Europa zu entfalten.

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