Wald im Mittelalter




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Von zentraler Bedeutung für das Leben des mittelalterlichen Menschen war der Wald. Holz war einziger Brenn- und wichtigster Baustoff. Steinhäuser konnten sich nur Wohlhabende leisten. Die Masse der Bevölkerung lebte in Holz- bzw. Fachwerkhäusern, die nur teilweise über ein Fundament oder Untergeschoß aus Stein verfügten.

Der Landesausbau des Hochmittelalters vergrößerte den Anteil der landwirtschaftlich genutzten Flächen zu Ungunsten des Waldes. Besitz- oder Zugangsrechte zum Wald gewannen an Bedeutung, Auseinandersetzungen in diesem Bereich wurden häufiger. Aus dem 12. Jahrhundert stammen die ältesten grundherrlichen Regelungen zur Waldnutzung, zu der neben der Holzentnahme auch die Waldweide des Viehs, insbesondere die Eichel- und Bucheckermast der Schweine im Herbst, gehörte. Für die ärmeren Teile der Bevölkerung war auch das Sammeln von Waldfrüchten (Beeren, Pilze) von Bedeutung.

Mit der Entwicklung von Bergbau und Hüttenwesen wuchs die Nachfrage nach Gruben- und Brennholz; letzteres wurde vor Ort von Köhlern zu Holzkohle verarbeitet. Handwerker und Gewerbetreibende benötigten ebenfalls in großem Umfang Werkholz. Insbesondere in den Städten wurde der Bedarf immer größer. Der steigende Preis machte den Transport über größere Entfernungen rentabel, der vor allem während der Schneeschmelze im Frühjahr auf dem Wasserweg erfolgte (Flößerei).

Gleichzeitig kümmerte man sich intensiv um die Aufforstung abgeholzter Flächen. Erst durch die systematische Aussaat von Laub- und Nadelholzsamen gelang es, wenigstens den nötigsten Bedarf zu befriedigen. Die intensive Nutzung und die sich daraus ergebende teilweise Verwüstung des Waldes sind allerdings bis weit in die Neuzeit Probleme geblieben.




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