Bauwesen Romanik im Mittelalter

Mit Beginn des 11. Jahrhunderts setzt eine selbstständige Entwicklung der deutschen Baukunst. Nunmehr hatte sich unser Volk die altrömischen Bauformen soweit angeeignet, dass es sie nach eigenem Geschmack weiter bilden konnte. Man nennt diesen Stil den romanischen, weil er von der Baukunst der Römer ausgeht. Aber er ist etwas durchaus Neues, wie etwa die romanischen Volkssprachen etwas Neues sind im Vergleich zum alten Latein. Schwer und wuchtig stehen diese Bauten und vor uns wie die Menschen der damaligen Zeit mit ihrer starken und demütigen Frömmigkeit. Nur ab und zu verraten Schmuckformen in Stein und Erz, dass auch in jenen Zeiten Einbildungskraft und Frohsinn lebendig waren.

Der Grundriss der romanischen Kirche ist im Wesentlichen der gleiche wie bei der Basilika. Aber ein Querschiff trennt jetzt die dreischiffige Halle von dem Chor, der Vorhof ist weggefallen, der Turm ist in den Kirchenbau miteinbezogen. Die großen Dome haben meist noch ein zweites Querschiff als rückwärtigen Abschluss. Vieltürmig erheben sich aus den niederen Bürgerhäusern. Zwei schlanke Türme stehen zu beiden Seiten des Haupteingangs; über der Vierung, wo vorderes und Querschiff und Hauptschiff sich schneiden, erhebt sich ein massiger, niedriger Turm. Manchmal wird er von zwei weiteren Türmen, die aus den Nischen zwischen Chor und Querschiff aufsteigen, überragt.

Im Innern der romanischen Kirchen hat sich auch manches geändert. Zwar finden sich immer noch die großen Wandflächen, die mit Malereien geschmückt sind. Aber die flache Decke verschwindet und mache einen mächtigen Tonnengewölbe, später einen Kreuzgewölbe Platz. Säulen und Pfeiler wechseln als Gewölbestützen miteinander ab.

Das Äußere der Kirche romanischen Stiles ist durch den Rundbogen gekennzeichnet. Er tritt auf in dem mächtigen Portale (Haupttor), das sich in immer kleiner werdenden Bogen nach innen verjüngt, er beherrscht die Fenster, die of in mehrere Rundbogen zerlegt sind, er kehr auch wieder im Rundbogenfries, der die äußere Kirchenmauer belebt.

Romanik im Mittelalter

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