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Gruß (mhd. gruoze, grüeze = Anrede, Gruß). Höflichkeitsbezeugende und gemeinschaftsstiftende Worte und Gebärden bei Begegnung und Abschied gehören zum allgemeinmenschlichen Verhaltensrepertoire. Ernst Schubert: „Der Gruß versichert den Gegrüßten seines Ansehens, das er beim Grüßenden genießt.“ Handheben, Ablegen der Waffen und der Überkleidung sowie der Austausch von Geschenken waren schon zu germanischer Zeit ein übliches Ritual. Im Mittelalter kamen im höfischen Umgang Kniefall und Verbeugung, Sicherheben oder Erhoben-werden, Steigbügelhalten, Umarmung und Wangenkuss sowie der Willkommtrunk auf. Allgemeingebräuchlich war wohl die Willkommensgeste der Aufnahme mit offenen Armen. Erst im Spätmittelalter wurde die Grußgeste des Hutabnehmens Sitte, und zwar nur bei Bürgern und Adligen, Leuten minderen Standes durften keinen Hut tragen. (Der Handschlag als Grußform sollte erst in der frühen Neuzeit Sitte werden.)
Der Gruß schuf Vertrauen und Sicherheit; sollte dennoch einer nach empfangenen Gruß geschädigt (etwa beraubt) worden sein, so sollte dem Täter i.S. einer spiegelnden Strafe die Hand abgehackt werden (Bayer. Landfrieden, 13.Jh.). Das Versagen des Grußes wurde in herabsetzender Absicht gegenüber Feinden, sozial Niedrigstehenden oder Nichtchristen geübt. Der im frühen Christentum unter Klerikern und Laien als Begrüßungsgeste zu Beginn einer Versammlung oder eines Gottesdienstes ausgetauschte Friedenskuss wurde durch geistliche Sittenwächter als potentiell sündhafte Verirrung diskriminiert, kam allmählich außer Gebrauch und blieb auf die Kleriker im Chor beschränkt. Stattdessen kam im 13. Jh. die Kusstafel (osculatorium) auf, eine Tafel aus Metall oder Stein, verziert mit dem Bildnis Christi, auf welche die Gläubigen den Bruderkuss leisteten. Bei der Bewillkommnung eines Gastes an der Klosterpforte war der grüßende Mönch gehalten, den „Friedenskuss nicht eher zu entbieten, als bis ein Gebet vorausgeschickt sei“ – so wollte man vermeiden, durch den Gruß den arglistigen Täuschungen teuflischer Mächte (illusiones diabolicas) zu verfallen (Benediktregel). Unberührt von derartigen Bedenken blieb der Friedenskuss, mit dem sich hohe Herren untereinander begrüßten.
„Willekomen“, „willekum“ war ein altbekannter guter Gruß, ebenso das „wie gehets, wie stehets“. Gegen Ende des Mittelalter ist die Begrüßungsformel „got grueze dich“ aufgekommen, im Sinn von „sei gegrüßt im Namen Gottes“. Zum Abschied wünschte man sich „Gehabt euch wol“ oder „ade“ (von a dieu = zu Gott, Gott befohlen), oder – am Abend – „guotiu naht“.
Wortformeln und Grußgebärden unterschieden sich je nach Region, nach Rang-, Standes-, Religions- oder Berufszugehörigkeit. Grußformeln der Gebildeten wie ave, salve, vale gingen auf römisch-antike Vorbilder zurück. (s. Anrede)
(Begrüßungstrunk s. Trinksitten)
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