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Kreuzrippen. Die Kreuzrippen bilden, als optische Verstärkung der Grate eines Kreuzgewölbes von den Auflagern an den Ecken des überwölbten Raumes zum Gewölbeschlussstein aufsteigend, ein tragendes Gerüst, das es ermöglicht, die Gewölbekappen als leichtes, meist einschichtiges Füllmauerwerk auszuführen. Von der Statik her unterscheidet sich das Kreuzrippen- nicht vom Kreuzgratgewölbe (H. Sedlmayr). Die Einführung der Rippe könnte durch ästhetische Gestaltungswünsche begründet gewesen sein oder durch Vorteile beim Lehrgerüstbau für die Kappenfelder (D. Conrad). Rippenbogen waren schon in der reichsrömischen Architektur bekannt. Sie finden sich auch in frühchristlichen Kirchen Syriens, in arabischen Bauten von Cordoba und Toledo sowie bei normannischer Architektur (z.B. in Durham,11. Jh.). Die Kreuzrippe der Gotik steht wohl in englisch-normannischer Bautradition. Das Profil der Rippen war ursprünglich kreisförmig oder dem Kreis angenähert; später wurde ihm eine immer feinere Gliederung gegeben. In der Spätgotik nahm es häufig das Profil der tragenden Dienste auf.
Die Rippen wurden auf hölzernen Lehrgerüsten derart aufgemauert, dass man die Rippensteine gleichzeitig von den vier Ecken her setzte und so das Lehrgerüst gleichmäßig belastete und einem Verziehen vorbeugte. Nachdem der Schlussstein gesetzt war, und noch bevor der Mörtel voll ausgehärtet war, senkte man das Lehrgerüst ab; das Gewölbe sackte unter dem Eigengewicht etwas zusammen und erreichte dabei seine endgültige Form.
(s. Baugerüste, Gewölbe, Kreuzgratgewölbe, Kreuzrippengewölbe, Rippenbogen)
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