Marzipan

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Lexikon des Mittealters Zwischen Zinnen und Alltag - Das Leben auf mittelalterlichen Burgen
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Marzipan (ital. marci pane = Brot des Markus; bestehend aus gebrühten und geriebenen süßen Mandeln, Zucker bzw. Honig und Rosenwasser). Einer Sage nach wurde das süße Brot in Venedig erfunden. Die Einwohner der Stadt flehten während einer spätmittelalterliche Hungerszeit den Stadtpatron St. Markus um Hilfe an; als daraufhin tatsächlich wieder Mehl in die Stadt kam, nannte man die ersten – noch kleinen – Brote “Markusbrot”. Später wurden die Brote in dankbarer Erinnerung aus Mandeln und mit Würzzusätzen zubereitet. Ihren Namen behielten sie bei.

Nach anderer Meinung wurde Marzipan durch Kreuzfahrer aus dem Orient nach Europa gebracht. Tatsächlich ist Gebäck aus Honig bzw. Rohrzucker, geriebenen Mandeln und Rosenwasser schon im 10. Jh. für Persien belegt. Es soll außer bei Königen und Kalifen besonders bei Haremsdamen beliebt gewesen sein, weshalb es auch als “Haremskonfekt” bezeichnet wurde. Persische Ärzte setzten Marzipan als Arzneimittel ein und betonten seinen hohen Nährwert. Nach dieser Version wurde die ital. Bezeichnung marzapane ursprünglich als mataban von dem persischen mauthaban (= eine in Venedig umlaufende byzantin. Münze) übernommen.

Nach der Eroberung Persiens durch die Araber gelangte das Marzipanrezept über Nordafrika im 7./8. Jh. nach Spanien und damit ins christliche Abendland. Nach Venedig soll es von Kreuzfahrern im 13. Jh. eingeführt worden sein. Im 15. Jh. kam das Marzipanrezept ins Deutsche Reich, wo es zunächst Eingang in die Klosterküchen und in Apothekenoffizine fand und als Stärkungs- und Herzmittel verabreicht wurde.

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