Agilolfinger




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Agilolfinger. Weder über Herkunft noch über Herrschaftsbeginn des ersten Herzogsgeschlechts im bajuwarischen Vielvölkerstaat bestehen gesicherte Erkenntnisse. Angenommen wird fränkische oder burgundische Abstammung. Der erste namentlich bekannte agilolfische Bayernherzog war Garibald I., dem der Frankenkönig Chlothar die langobardische Königstochter Walderada zur Frau gab und der seinerseits seine Tochter Theodelinde an den Langobardenkönig Authari nach Italien verheiraten konnte. Die enge Verbindung Garibalds mit dem Langobardenreich erregte das Misstrauen des Frankenkönigs Childebert II., der Garibald im Jahre 593 durch den frankenfreundlichen Agilolfinger Tassilo I. ersetzte. Die namentlich nicht genannten Nachfolger dieser beiden Herzöge erlangten wieder größere Unabhängigkeit vom merowingischen Königshaus. Das Erbrecht der Agilolfinger geht aus dem “Lex Baiuvariorum” (Tit. III. “De genelogiis et eorum compositione”) aus dem 6. – 8. Jh. eindeutig hervor: “Der Herzog aber, der dem (Bayern-)volk vorsteht, der war immer aus dem Geschlecht der Agilolfinger und muß es immer sein.” Unter diesem von der fränk. Vormacht garantierten Gesetz erweiterten die Bayernherzöge ihren Herrschaftsbereich: im 7. Jh. wurde Tirol bayerisch, wurden die östl. Marken gegen die Awaren und die Slawen ausgebaut. Die bayer. Herzöge übten ihre Herrschaft nicht von einem festen Regierungssitz, sondern nach der Art eines “Reiseherzogtums” aus – d.h. sie hielten Hof in ihren Pfalzen, deren vornehmste Regensburg war. (Weitere Herzogshöfe bestanden in Passau, Salzburg, Freising, Wels, Aschheim, Dingolfing, Altötting und Reichenhall.) Der am fränk. Königshof erzogene letzte Agilolfinger, Herzog Tassilo III. (748 – vor 797), entzog sich der fränk. Oberhoheit, schloss ein Bündnis mit den Langobarden und regierte sein Herzogtum wie ein unabhängiges Königreich. Er zeichnete sich durch eine Reihe wichtiger Klostergründungen aus (u.a. Wessobrunn, Polling, Chammünster, Kremsmünster, Innichen). Tassilo konnte noch durch die Niederwerfung der Slowenen seine Macht im Alpenraum festigen, bevor er – zu mächtig und eigenwillig geworden – von Karl d. Gr. unterworfen und nach einem Scheinprozess in Klosterhaft abgeschoben wurde (785, s. Bayern). Damit war die Geschichte der Agilolfinger beendet, Bayern und Kärnten wurden endgültig Teile des Frankenreiches. Erst nach dem Ende der Karolingerherrschaft entstand unter Arnulf I. ein jüngeres bayerisches Stammesherzogtum.

Die Agilolfinger waren treue Anhänger der röm. Kirche gewesen, die sie von Anfang an zur Staatskirche erhoben hatten. Sie riefen Missionare wie Emmeram und Korbinian und förderten Klostergründungen wie die von Regensburg, Niederaltaich, Weltenburg, Innichen, Kremsmünster oder Benediktbeuren. Von den Klöstern gingen die entscheidenden Impulse für die wirtschaftl. und kulturelle Entwicklung Bayerns aus.

(s. Tassilokelch)




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