Agrarkrise




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Agrarkrise. Von der Mitte des 14. bis zum Ende des 15. Jh. ergab sich eine krisenhafte Entwicklung in der Landwirtschaft, die gekennzeichnet war durch Getreidepreisverfall, Landflucht (s. Wüstungen), Ausbreitung des Waldes und Umschichtung der landwirtschaftlichen Produktion (weniger Getreideanbau, dafür mehr Viehhaltung und erhöhte Produktion von Wein, Obst, Flachs, Farbpflanzen und Hopfen). Verschärft wurde die Entwicklung durch eine gleichzeitige Lohnkostensteigerung und die dadurch bedingte Verteuerung gewerblicher Produkte. Die bäuerliche Bevölkerung kam durch die sich öffnende Preisschere derart in Bedrängnis, dass eine Wanderungsbewegung einsetzte, die von ärmeren zu besseren Böden, von den Höhen in die Täler, vom Land zur Stadt gerichtet war. Es kam zu einer Um- und Entsiedlung, an deren Ende, nicht zuletzt durch die Aufwilderung von Wäldern, ein neues Landschaftsbild stand. (In Hessen gingen bis zum Beginn des 16. Jh. 44 % der ländlichen Siedlungen ein, in der Magdeburger Börde sogar 80 %. Auch der finanzielle Niedergang des Deutschritterordens ist zum Teil in der Zahlungsunfähigkeit der bäuerlichen Hintersassen begründet.)

Als Ursache dieser Krise dürfte vorrangig die demographische Entwicklung anzusehen sein. Die Pest hatte etwa ein Drittel der Bevölkerung dahingerafft, und danach scheint ein Geburtenrückgang zu einer negativen Bevölkerungsbilanz geführt zu haben. Der dadurch drastisch verringerte Getreidebedarf führte, besonders nach einigen guten Ernten im letzten Drittel des 14. Jh., zu einem Preisverfall, der bis zum Ende des nächsten Jh. andauerte.

Die spätmittelalterliche Agrarkrise brachte auch die meisten der kleinen und mittleren adligen Grundherren in wirtschaftliche Not (“Krise der Feudalherrschaft”). Um den Einkommensverlust zu kompensieren, erhöhten sie die Abgabenlast, was zur Verschärfung der spätmittelalterliche Krise und zu erhöhter Konfliktbereitschaft der Bauern führte und in Bauernrevolten endete.




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