Auspichen

Cinque Terre Forest
Lexikon des Mittealters Leben im Schatten der Zinnen: Burgen des Mittelalters und ihr Alltag
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auspichen, pichen (mhd. bichen, pichen = mit Pech überziehen, verpichen; auspichen = etwas von innen her mit Pech überziehen, dicht machen; zu mhd. bech, pech; lat. pix). Ein wirksames Verfahren zum Abdichten von Wein- und Bierfässern, Wasserkübeln oder Schiffsrümpfen bestand darin, die Innenseite der Dauben oder Planken mit Pich- oder Fasspech zu bestreichen. Außerdem sollte das Auspichen von Wein- und Bierfässern die Verdunstung des Inhalts durch das Holz hindurch und den Zutritt von Luft verhindern und die Haltbarkeitsdauer verlängern. Um seinen Eigengeschmack zu übertönen, wurden dem Pech Kräuter und Gewürze beigemengt.

Fasspech ist gelblichrot, zäh, leicht schmelzbar, angenehm riechend und zerspringt in der Kälte wie Glas.

Den geleerten Fässern wurde zunächst nach Lösen der unteren Fassreifen der Boden entnommen, dann wurden sie gründlich mit heißem Wasser gereinigt und mit kaltem Wasser nachgespült; sodann stellte man sie – den offenen Boden nach unten – zum Trocknen auf. Vor dem Auspichen mussten Reste alten Pechs herausgekratzt werden, in manchen Fällen räucherte man die Fässer zusätzlich mit dem Rauch von Wacholdergesträuch, Bohnenstroh oder Schwefel aus. Das durch Erhitzen flüssig gemachte Pech wurde in das Fass gegossen und angezündet, der Boden eingesetzt und das Fass schnell umhergerollt, damit sich das Pech gleichmäßig verteilte. Durch das Einfügen des Bodens wurde das Feuer erstickt, das Pech erkaltete zu einem Überzug der Fass-Innenfläche.

(s. Böttcher, Fass, Pech)

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