Bad

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Lexikon des Mittealters Leben im Schatten der Zinnen: Burgen des Mittelalters und ihr Alltag
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Bad (mhd. bat = das [heiße] Bad; zu bahen, baehen = durch heiße Umschläge erwärmen). Körperreinigung galt im Altertum als Voraussetzung für die Teilnahme an kultischen Handlungen. Die Juden pflegten sen Brauch des rituellen Reinigungsbades, des symbolhaften Abwaschens aller Sünden. Die öffentlichen Bäder im kaiserzeitlichen Rom waren den Christen wegen der dort üblichen Unzucht ein Gräuel; körperliche Hygiene stand wohl von daher bei den Asketen des frühen Christentums nicht in hohem Ansehen. Die christl. Submersionstaufe (in Flüssen, Seen oder Brunnen) knüpft an die Tradition des jüdischen Reinigungsbades an; sie war bis zum 11. Jh. die übliche Taufpraxis, bis sie zunehmend von der Angießungstaufe abgelöst wurde (s. Taufe).

Ein Bad in Wasser konnte der Reinigung, der Erfrischung, der Heilung oder rituellen Zwecken dienen, beim gemeinsamen Bad von Mann und Frau auch der Entfachung erotischen Interesses. Schwimmen dürfte eher ein elitärer Sport der Oberschichten gewesen sein.

Im Mittelalter blühte das private und öffentliche Badewesen wieder auf, entgegen dem Argwohn christl. Moralisten, denen das Baden als Vorspiel zur Sünde galt. Augustinus hielt ein Bad im Monat als gerade noch mit dem christl. Glauben vereinbar. Das Bußbuch des Burchard von Worms nennt eine Reihe von Sünden, die durch das gemeinsame Baden von Mann und Frau heraufbeschworen würden. Die consuetudines der Cluniazenser bestimmten, dass Mönche nur zu den christl Hochfesten Ostern und Weihnachten ein Vollbad nehmen dürften, dabei jedoch auf Verhüllung der Schamteile zu achten hätten.

(s. Badhaus, Heilbäder)

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