Balten

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Balten (vom lat. Namen Mare Balticum für den südöstlichen Teil der Ostsee). Sammelbegriff für Angehörige des baltischen Sprachzweigs des Indogermanischen, die an der Ostseeküste zwischen Weichsel und Luga siedelten (Litauer, Kuren, Semgaller, Selen, Lettgaller). Im weiteren Sinn werden den Balten auch Völker der finno-ugrischen Sprachfamilie zugerechnet (Esten, Liven). Im 10. Jh. begann die Missionierung des Baltikums; 1201 wurde Riga an der Dünamündung, 1220 die Hansestadt Reval und 1255 die Deutschherrenburg Königsberg gegründet. Die Germanisierung und Christianisierung des Baltikums ging im wesentlichen von diesen Zentren aus. Die vorchristl. Religion der Balten stand im Zeichen von Naturgöttern, von deren Gunst besonders der Ertrag der Landwirtschaft abhängig war. Die baltischen Stämme und Völker lebten überwiegend von Ackerbau und Viehzucht, daneben betrieben sie Jagd, Fischfang und Bienenzucht. Die Küstenbewohner (Kuren, Semgaller, Esten) hatten sich als erfolgreiche Seefahrern erwiesen. Die Bewohner der Insel Oesel (Saaremaa) waren als Piraten gefürchtet. Die Liven taten sich als geschickte Kaufleute hervor; sie exportierten Pelze, Wachs, Honig, Getreide und Sklaven und importierten Waffen, Salze, Tuche und Edelmetalle. Wegen der geringen Bevölkerungsdichte kam die Stadtentwicklung nur zögernd in Gang. (s. Estland, Letten, Litauer, Livland, Preußen)

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