Bausteine

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Lexikon des Mittealters Leben im Schatten der Zinnen: Burgen des Mittelalters und ihr Alltag
Erkunde das Mittelalter: Über 3.979 Seiten und mehr als 6.400 Einträge bieten dir einen tiefen Einblick in diese Ära. Vom Ablass bis zur Zunftordnung - dieses eBook ist dein Guide durch die Geschichte, Gesellschaft und Kultur Europas von 500 bis 1500 n. Chr. Entdecke in „Leben im Schatten der Zinnen“ auf 122 Seiten die mittelalterliche Burgenwelt: Architektur, Alltag und ihre Rolle im Mittelalter kompakt erklärt.

Bausteine. Im Mittelalter kamen folgende Bausteinarten zur Verwendung:

1.) Bruchstein, aus natürlich gewachsenem Fels herausgebrochener Stein von unregelmäßiger Form

2.) Feldstein (Findling, Lesestein)

3.) Haustein (Werkstein), zu regelmäßiger Form zurechtgemeißelter Stein

4.) Backstein (Ziegel), aus Lehm oder Ton gefertigter, durch Brand gehärteter Stein; als

Formstein für den jeweiligen Zweck (z.B. für Kapitelle) ausgeformt. Bei der Herstellung des Lohsteins wurde der Ziegelmasse Gerberlohe zugesetzt, die beim Brand Hohlräume hinterließ, und so leichte, zum Gewölbebau geeignete Steine ergab. An der Oberfläche eines Backstein-Mauerwerks zeigt der Binder seine Schmalseite, der Läufer seine Längsseite (s. Mauerwerk).

Bei der Wahl der zu vermauernden Gesteinsart stand die Verfügbarkeit in der Nähe der Baustelle im Vordergrund der Erwägungen. Fast als ebenso wichtig galten leichte Bearbeitbarkeit, Festigkeit, Witterungsbeständigkeit und “schöne” Anmutung. Im mitteleuropäischen Raum wurden am häufigsten Sand- (Kölner Dom, Wartburg), Mergel- (Flandern) und Kalkstein (Dome zu Mainz, Regensburg, Wien) verbaut. Wo kein gut zu bearbeitendes Weichgestein verfügbar war, verwendete man Grauwacke (Wipperfürth, Pfarrkirche St. Marien), Travertin (Bad Langensalza, Marktkirche St. Bonifaz), Tuff (Maria Laach), Pläner (Kieselmergel; Dresden, OT Leubnitz-Neuostra, Kirche), Basalt (Burg Amöneburg bei Marburg/Hessen), Granit (Chateau du Spesbourg bei Andlau/Elsass, Granitkirchen im Jeverland) und Gneis (Annaberg i. Erzgeb., St.-Annenkirche). Als Material für Fassaden, Säulen und Denkmale wurde heimischer Porphyr (vom Rochlitzer Berg, Sachsen), für Stufen und Dachplatten Plattenschiefer (etwa aus dem Rheinischen oder Vogtländisch-Thüringischen Schiefergebirge) verbaut.

(s. Leichtbausteine)

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