Benediktbeuren

Cinque Terre Forest
Lexikon des Mittealters Leben im Schatten der Zinnen: Burgen des Mittelalters und ihr Alltag
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Benediktbeuren. Ehemaliges Benediktinerkloster im Loisachtal, ca. 8 km nördl. des Kochelsees. Die Klostergründung datiert nach dem Chronisten Gotschalk (11. Jh.) etwa aus dem Jahr 740. Bonifatius soll 742 die erste Kirche geweiht haben. Die ersten drei Äbte Lantfrid, Waldram und Eliland repräsentieren wahrscheinlich drei Generationen der alemannischen Gründerfamilie aus dem Uradelsgeschlecht der Huosi. Ausgrabungen (1988/89) haben ergeben, dass der erste Konventbau des 8. Jh. in seiner Ausdehnung bereits dem heutigen entsprochen hat – ein Hinweis darauf, dass nur eine mächtige, ortsansässige Adelsfamilie als Gründer und Mäzen in Betracht kommt. Zum Kloster gehörte von Anfang an eine weltl. Siedlung, deren Bevölkerung sich aus schollengebundenen Manzipien, aus Hintersassen, Halbfreien und waffentragenden freien Bauern zusammensetzte. Unter Karl d. Gr. gehörte Buron zu den Klöstern, die das Reichsheer materiell unterstützen mussten (s. Reichsklöster). Karl bewies seine Wertschätzung des Klosters, indem er ihm eine wertvolle Armreliquie des hl. Bernhard vermachte. Aufgrund dieser Schenkung verwandelte sich im 11./12. Jh. der Name Buron in Benedictoburanum. Benediktbeuren wurde neben Monte Cassino und St. Benoit sur Loire zum drittwichtigsten Kultort des hl. Benedikt. Nach seiner Blütezeit in der agilolfingisch-karolingischen Epoche fand das Klosterleben kurz vor 955 ein jähes Ende durch einen Überfall ungarischer Reiterheere. 1031 wurde es durch Mönche des Klosters Tegernsee wiedereingerichtet. 1133 gewann die Abtei erneut die Reichsfreiheit, 1275 unter Rudolf von Habsburg auch die Reichsfürstenwürde. Ludwig der Bayer konnte 1332 das Kloster seiner Territorialgewalt unterwerfen. Erst im Spätmittelalter nahm die politische Bedeutung der Äbte von Benediktbeuren wieder zu. Im Besitz der bedeutenden Klosterbibliothek, die um die Mitte des 13. Jh. 250 Codices aus allen Wissensgebieten enthielt, befand sich bis zur radikalen Säkularisation (1803) auch die Handschrift der Carmina Burana.

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