Benediktregel

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Lexikon des Mittealters Leben im Schatten der Zinnen: Burgen des Mittelalters und ihr Alltag
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Benediktregel (Sancti Benedicti Regula Monasteriorum). Zwischen 500 und 530 entstand in der Gegend um Rom die “Regula Magistri”, eine in Frage-Antwort-Form gehaltene, in Kapitel gegliederte Mönchsregel zum spirituellen und institutionellen Klosterleben. Diese nahm Benedikt von Nursia als Vorbild für seine “Regula monachorum” (um 530), die zum grundlegenden Regelwerk des coenobitischen abendländischen Mönchtums werden sollte. Darin finden sich in 73 Kapiteln Bestimmungen für das innere und äußere Leben der Klostergemeinschaft. (Kapitel 1-3 betreffen Verfassung des Klosters, 4-7 die klösterl. Tugendlehre, 8-20 den Gottesdienst, 21-30 und 43-46 die Strafordnung, 31-42 und 47-57 die Verwaltung, 58-66 die personale Erneuerung der Gemeinschaft [Abtswahl, Neuaufnahme], 67-73 Nachtrag und Epilog.)

Jedes Kloster soll das Abbild einer wahrhaft christl. Familie oder der himmlischen Gemeinde sein. Dem Abt als Hausvater (pius pater) gebührt der kindliche Gehorsam der Mönche. Im Ordensgelübde verpflichten sich die Mönche zu stabilitas loci (Verzicht auf Klosterwechsel), conversatio morum (sittenreinem Leben) und oboedientia (Gehorsam). Die christl. Vollkommenheit soll durch Gebet (Stundengebet, Gottesdienst) und Arbeit erreicht werden (ora et labora). Darüberhinaus gibt Benedikt eine Reihe von Anweisungen über Klosterämter und Rechte und Pflichten der Mönche. Das Regelwerk war dem Adepten dreimal, allen Klostermitgliedern in regelmäßiger Wiederholung vorzulesen. Als kennzeichnend für die Benediktregel gelten ihr Ernst (gravitas) und ihr Maß (modestia), durch welche Übertreibungen jeder Art – sei es bei der Beurteilung menschlicher Schwächen oder bei der Selbstkasteiung – vermieden werden sollten.

Besonderes Gewicht ist der Krankenpflege und Heilkunst beigemessen: “infirmorum cura ante omnium et supra omnia adhibenda est” (die Krankenpflege hat an erster Stelle und über allem anderen zu stehen).

Das in allgemeinverständlichem Vulgärlatein geschriebene Werk wurde zum – neben der Bibel – meistgelesenen Buch im christl. Abendland.

Die Benediktregel wurde im 7. Jh. vom irischen und gallischen Mönchtum angenommen, im 8. Jh. von Karl d. Gr. allen Klöstern des Frankenreiches verbindlich vorgeschrieben. Sie erfuhr im Laufe der Zeit zahlreiche Modifikationen und Erweiterungen (s. consuetudines).

Als älteste Handschriften der B. gelten der Codex von Oxford und der Codex von St. Gallen.

(s. Klosterleben)

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