Bergleute, kleinwüchsige




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Bergleute, kleinwüchsige (Heinzelmänner, Heinzemenschen, Wichtel-, Bergmännchen, Schrate, Walische, Venedigermännchen). Kleinwüchsige Menschen (unter 1,50 m Körperlänge) waren für den Bergbau besonders geeignet, da sie zur Arbeit unter Tage weniger Raum benötigten als normalwüchsige, und somit wirtschaftlicher eingesetzt werden konnten. Neben den meist aus südl. Gegenden (genannt werden u.a. Venetien und Kreta) angeworbenen Bergleuten wurden wegen ihrer geringen Körpergröße auch Knaben beschäftigt (s. Kinderarbeit). Die Letzteren besorgten neben dem Hundestoßen (Transportwagen-Schieben) die Wasserlösung, d.h. das Zutagefördern des zusetzenden Grundwassers aus dem Stollen (s. Wasserhaltung). Für diese Arbeit benutzten sie Ledereimer, die sie auf Leiterngängen im Schacht wie an einem Fließband von Kind zu Kind reichten. Diese kräftezehrende Arbeit wurde vom Spätmittelalter an von mechanischen Förderanlagen, den sog. Heinzenkünsten, besorgt (mhd. kunst = das Wissen, Geschick; s. bergmännische Künste). Wie die erwachsenen Bergleute trugen auch die Kinder im Berg eine Schutzkleidung, bestehend aus einer ausgepolsterten, in einer Spitze endenden Kragenkapuze bzw. in einer Zipfelmütze und einer Schulterschürze. (Die Zipfelmütze hat der Funktion nach heutigen Schutzhelmen entsprochen.)

Wo, wie z.B. im Fichtelgebirge seit dem 15. Jh., fremdländisch aussehende, radebrechende und womöglich kleinwüchsige Leute (Venediger, Wahlen [= Welsche, Romanen]) in Bergbaugebieten auftraten, wurden sie bald zum Gegenstand von Gerüchten und Sagen. Es dürfte sich dabei um Mineraliensucher der venezischen Glasmacher gehandelt haben, die vor allem nach Mangan- und Kobalterzen aus waren. Die ersteren wurden benötigt, um klares, farbloses Glas zu machen, Letztere brauchte man zum Blaufärben des Glases.

Die Figur kleinwüchsiger, stets in Gruppen auftretender, mit Kleidung und Werkzeug der Bergleute ausgerüsteter Männchen sollte zum Vorbild der Zwerge, Wichtel- und Heinzelmännchen vieler Märchen und Sagen werden. Nicht zuletzt sah man in Heinzelmännern – von Heinzelfrauen ist nichts bekannt – die Bauleute der ® Erdställe. Überwiegend war ihr Charakterbild positiv, selten negativ gefärbt: sie setzten ihre Kenntnisse, ihre körperlichen und magischen Kräfte und ihren Fleiß zum Nutzen von Menschen ein, selten erschienen sie als habgierig, feindselig und tückisch.

(s. welsch)




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