Brauchtum

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Brauchtum. In der Volkskunde werden Handlungen dann dem Brauchtum zugerechnet, wenn sie den jeweils herrschenden Sitten entsprechen, als richtig und verbindlich betrachtet werden und durch soziale Kontrolle reglementiert sind.

Dem gesellschaftlichen Leben war im Mittelalter durch überlieferte Sitten und Bräuche eine feste Ordnung gegeben, die auf symbolhafter Weise mit einer höheren, göttlichen Ordnung zusammenhing. Mit der Durchsetzung des Christentums waren nicht alle vorchristlichen Bräuche verschwunden; viele wurden – wenn auch z.T. christlich überformt – weitergeübt, so z.B. eine Vielzahl von Gewohnheiten des Volksglaubens. Viele Bräuche haben sich, entsprechend der sozialen Differenzierung, als Sonderbräuche einzelner Stände und Berufe, oder – entsprechend der regionalen Zugehörigkeit – als Bräuche einer engeren oder weiteren Kulturlandschaft entwickelt. Wegen der erst vom Spätmittelalter an dichter werdenden Überlieferung sind uns Alter und konkrete Gestaltung vieler mittelalterliche Bräuche nicht bekannt. Ein weiteres Erschwernis der Brauchtumskunde ist, dass sich viele Bräuche über die Zeit hinweg nach Inhalt und Form verändern (“Brauchbiologie”).

Als einige wenige Beispiele mittelalterliche Brauchtums seien genannt: Osterfeuer und Ostereier, Maibaum und Erntefest, fastnächtliche Maskeraden und Umzüge, Zunfttänze und zünftische Freisprechungszeremonien, Kirchweih- und Richtfest, Hochzeitstanz und Brautbad, Willkommtrinken und Leichenschmaus.

(s. Bestattung, Eheschließung, Fasnacht, Feste, Frühlingsspiele, Johannisfeuer, Kinderbischofspiel, Kirchweihe. Mariae Himmelfahrt, Notfeuer, Rauhnächte, Schembartlauf, Taufbrot, Trinksitten, Wöchnerin)

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