Chemnitz

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Lexikon des Mittealters Zwischen Zinnen und Alltag - Das Leben auf mittelalterlichen Burgen
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Chemnitz. Im nördl. Vorland des Erzgebirges, wo alte Handelswege das Flüsschen Chemnitz überquerten, entstand 1136 als Stiftung Kaiser Lothars auf einer Anhöhe über dem rechten Ufer ein Benediktinerkloster (monasterium de Cameniz), dem 1143 das Recht zur Unterhaltung eines Fernhandelsmarktes verliehen wurde. Ab 1165 entwickelte sich in der Flussaue unterhalb des Klosters eine Siedlung um die Marktkirche St. Jacobi. Daneben wuchsen um die Kirchen St. Johanni und St. Nikolai Vorstädte, die sich noch im 13. Jh. mit der alten Marktsiedlung zusammenschlossen. 1264 ist erstmals die Stadtbefestigungsanlage erwähnt. Chemnitz war von Anfang an Reichsstadt; als Pfandobjekt gelangte es in landesherrlichen Besitz. 1308 kam es an die Wettiner. 1357 erhielt Chemnitz das Bleichprivileg, was die Stadt zu einem Zentrum der Leinenweberei, Leinenveredelung, des Leinenhandels und zu einem bedeutenden Handelsplatz an der Straße von Leipzig nach Prag sowie von Breslau nach Nürnberg und Augsburg werden ließ. Im 15. Jh. fasste – Dank der Nähe des erzgebirgischen Bergbaus – mit einem Kupferhammer und einer Saigerhütte das Hüttenwesen in Chemnitz Fuß.

Die histor. Altstadt wurde im letzten Krieg weitgehend zerstört. Zu den restaurierten mittelalterliche Bauten zählen: der Rote Turm (Unterteil aus dem 12. Jh.; zunächst befestigter Sitz des Stadtvogts, später Teil der Stadtbefestigung), die Schlosskirche (ursprünglich Benediktinerklosterkirche St. Maria, als spätgot. dreischiffige Halle überbaut) und die Kirche St. Jacobi (als königl. Marktkirche 1165 gegründet, 1350 – 65 als got. Halle umgebaut, im 19. Jh. neogot. erneuert).

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