Dachs




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Dachs (mhd. dahs; lat. meles; mlat. taxus; wiss. Meles meles). Europaweit verbreitetes Säugetier aus der Raubtier-Familie der Marder, in der Fabel Meister Grimbart genannt. Kennzeichnend sind der gedrungene Rumpf (60-80 cm Länge, 10-20 kg KG), der kurze Schwanz (15 cm), graue Behaarung, der weiße, schwarz gestreifte Kopf, die rüsselartige Schnauze, die kräftigen, hervorragend zum Graben geeigneten krallenbewehrten Vorderpfoten und die nachtaktive Lebensweise. Als Lebensraum bevorzugt er buschdurchsetzte Wälder, in deren Boden er labyrintische Wohnbauten (Kessel) mit vielen Gängen und Kammern anlegt, die mit Laub und Moos auspolstert. Als Allesfresser ernährt er sich von Insekten, Würmern, Schnecken, kleinen Wirbeltieren, Eiern von Bodenbrütern, von Wald-Obst und -Beeren, Pilzen und Wurzeln.

Im Mittelalter wurde er gerne bejagt, vor allem seines Fettes wegen, das schon um 200 u.Z. in Rom für ein Heilmittel gehalten wurde. Hildegard v. Bingen stuft ihn als warm und von schweigsamer Art ein, boshaft aber ängstlich. Sie empfiehlt eine Salbe mit Dachsherz und -fett zur Behandlung der Gicht und Schmerzen aller Art. Ein aus Dachsfell gefertigter Gürtel beuge – auf der Haut getragen – allen Krankheiten vor. Schuhwerk aus Dachsfell sei gut gegen Beinkrankheiten.- Konrad v. Megenberg (14. Jh.) sagt, das Fett des Dachses sei gut gegen Nierenschmerzen und Gliedrreißen. – In der Volksmedizin wurde Dachsfett für ein Allheilmittel gehalten; man nahm es gegen Leiden wie Seitenstechen, Husten, Steinleiden, Gicht, Hautleiden und Kropf. Der Dachsleber und dem Dachsherz traute man vorbeugende Wirkung gegen Pestilenz und Antoniusfeuer zu. Das Sekret der Stinkdrüsen (Aftertaschen) – dem Bibergeil ähnlich – wurde wegen seines starken Geruchs als Apotropäikum und Aphrodisiacum benutzt. Dachsvorderpfoten (“Hände”) trug man als Amulett gegen Gefahren aller Art.

Neben der medizinischen und magischen Verwendung von Teilen des Dachskörpers fand man praktische Verwendung für Fleisch (zum Verzehr), Fell (“Schwarte”, als Bodenbelag und in der Kürschnerei) und Haare (besonders die des Schwanzes, für Bürsten, Pinsel).

Die Jagd auf Dachse wurde als Baujagd betrieben, wobei ein kleinwüchsiger Jagdhund (Dachshund/Dackel, s. Hunde) das Wild in seinem Bau aufstöberte und den Jägern in den Schuss trieb. Außerdem wurde ihm mit Fallen (Dachseisen) und Netzen nachgestellt.

Davon, wie volkstümlich Meister Grimbart war, zeugen viele Orts- und Flurnamen wie Dachsbach, Dachsberg, Dachsbruch, Dachsenhausen, Dachsgrund, Dachsloch, Dachsstadt oder Dachswangen.




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