Donjon

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Lexikon des Mittealters Leben im Schatten der Zinnen: Burgen des Mittelalters und ihr Alltag
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Donjon (frz., = Herrenturm; v. lat. dominatio = Herrschaft). Frz. Bezeichnung für den Hauptturm einer Burg, der – anders als der dt. Bergfried – als permanter Wohnbau des Burgherrn diente; auch für einen Gebäudekomplex, der den Burgleuten als Rückzugsbau dienen konnte und nur im Falle von drohenden Angriffen bewohnt wurde.

Hauptverbreitungsgebiete dieser herrschaftlichen Form eines wehrhaften Wohnsitzes waren Frankreich und England (“anglo-normannisches donjon-palais”). Charakteristisch waren ein hochgelegener, über hölzerne Stiegen oder Leitern erreichbarer Eingang, die Kapelle im ersten Stock, der große Saal im zweiten und mehrere besser beleuchtete und heizbare Wohnräume im obersten Geschoss. Ebenerdig – und nur vom 1. Geschoss anzugehen – fanden sich Gewölbe für Vorrats- und Waffenkammern oder Gefängniszellen. – Für den herrschaftlichen Bereich dürften offene Kamine und Latrinen üblich gewesen sein.

In der zweiten Hälfte des 12. Jh. kam man vom Typ des Festungs- und Wohnturmtyp des Donjon ab und ging zu dem einer geräumigeren ® Burg über.

Als Beispiele dieser in Deutschland seltenen Turmform seien für England die Donjons von Hedingham (Essex) und Rochester (Kent) sowie für Frankreich derjenige von Houdan (Yvelines) genannt. In Deutschland entsprechen dem Typ am ehesten der mächtige Wohnturm (“Jenseitsturm”) der Burg Nideggen in der Eifel, entstanden in der zweiten Hälfte des 12. Jh. (Grundfläche 23 x 16 m, Mauerstärke bis zu 5 m, auf sechs Geschossen Wohn-, Aufenthalts- und Vorratsräume, zum Teil beheizbar, Aborte, im Untergeschoss Verließ und Burgkapelle) und der Wohnturm von Burg Kriebstein (Sachsen; Bergspornburg, 14. Jh., Grundfläche des Wohnsturms 22 x 12 m, Höhe 45 m).

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