Einhard




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Einhard (die Namensform Eginhard ist nicht zeitgenössisch; um 770 – 840; seines emsigen Wesens und seiner Kleinwüchsigkeit wegen “Ameise”, wegen seines Einsatzes für die kunsthandwerklichen Werkstätten nach dem bibl. Werkmeister “Beseleel” genannt). Aus mainfränkischem Adelsgeschlecht gebürtig, kam Einhard 794 nach einer Ausbildung im Kloster Fulda an die Palastakademie Karls d. Gr. in Aachen, wo er Schüler Alkuins war. Er gewann Karls Freundschaft, leistete ihm Gesandschaftsdienste, stand der Hofschule und den kaiserlichen Bauwerkstätten vor und verfasste eine ebenso panegyrische wie faktenreiche Biographie seines Herren; die “Vita Caroli Magni” war die erste Herrscherbiographie des Mittelalter Darin überliefert Einhard als Augenzeuge eine Fülle von Einzelheiten auch aus dem alltäglichen Leben des Kaisers, die ohne ihn unbekannt geblieben wären. In seinem zweiten Buch, der “Übertragung und Wunder der Heiligen Marcellinus und Petrus” berichtet er, wie sein Vertrauter Ratleik die Gebeine der Heiligen aus einem Sarkophag in Rom entwendet und 827 nach Steinbach gebracht hatte, damit sie Einhards Stiftskirche als Reliquienschatz dienten.

Einhard hatte von Kaiser Ludwig I. d. Frommen Ländereien geschenkt bekommen, auf denen er die Klöster Michelstadt und Seligenstadt gründete. Den Briefen zur Verwaltung seiner Güter sind wertvolle Einblicke in die dt. Geschichte des 9. Jh. zu entnehmen. Unter Kaiser Ludwig (der auf Anraten Einhards noch zu Lebzeiten des Vaters Kaiser geworden war) und dessen Sohn Lothar behielt Einhard seine einflussreiche Stellung bei. Mitte der dreißiger Jahre zog er sich, enttäuscht vom Regierungsstil Ludwigs, vom Kaiserhof auf sein Landgut Mülheim (ein ihm übertragenes Königsgut am Main) zurück. Während seiner letzten Jahre widmete er sich ganz seinen Klöstern Steinbach (bei Michelstadt im Odenwald) und Seligenstadt (in Mülheim am Main), denen er als Laienabt vorstand. Die Stiftskirche in Steinbach schien ihm bald für den wachsenden Wallfahrerstrom zu klein: Er baute eine größere Basilika in Seligenstadt und ließ die Steinbacher Reliquien dorthin überführen. Die Einhardbasilika in Seligenstadt besteht – nach Osten erweitert und mit barocker Ausstattung – noch heute. Auch die in Steinbach ist – in zurückhaltend restaurierten Teilen – erhalten (s. karolingische Architektur).




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