Elemente




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Elemente (lat. elementum = Grundbestandteil, Urstoff). In antiker Tradition (Empedokles, Aristoteles) fußte die mittelalterliche Lehre von den vier Elementen Feuer (ignis), Luft (aer), Wasser (aqua) und Erde (terra) als den konstitutiven Bestandteilen aller irdischen Dinge. Der Mensch ist, wie alles Irdische, aus den vier Elementen geschaffen; Hildegard v. Bingen: ” Das Feuer ist das Mark des Menschen, die Luft seine Stimme, die Wasser sein Gefäßsystem, die Erde sein Knochengerüst”. Die Elemente ihrerseits sind nach Aristoteles als Zusammensetzungen der vier Urqualitäten (trocken, feucht, kalt, warm) zu verstehen: Feuer – trocken warm; Luft – feucht-warm; Wasser – feucht-kalt; Erde – trocken-kalt. Sie wurden als ineinander umwandelbar angesehen, im Gegensatz zu dem fünften Element (lat. quinta essentia; Quintessenz oder spiritus), als welches nach Aristoteles der unwandelbare Himmelsbaustoff, der Äther angesehen wurde. Die Gewichtsverhältnisse von Erde-Wasser-Luft-Feuer zueinander sollten sich wie 1 : 1/12 : 1/18 : 1/27 verhalten. (Da Erdboden nicht mit zwölfmal schwerer als Wasser angenommen worden sein konnte, hat man sich bei dieser Spekulation wohl auf ein Erz bezogen.) Nach Maimonides üben die vier Sphären, welche Himmelskörper enthalten, Einfluss auf die vier irdischen Elemente aus: Die Sphäre des Mondes auf das Wasser, die der Sonne auf das Feuer, diejenige der fünf Planeten auf die Luft und die der Fixsterne auf die Erde.

Die Annahme der Umwandelbarkeit der Elemente führte zur Transmutationslehre mittelalterliche Alchemisten.

In der theoretischen Medizin (s. Säftelehre) des Mittelalter entsprachen den vier Elementen vier Körpersäfte, die durch ihre Eigenschaften und Mengenverhältnisse Wohlbefinden oder Krankheit sowie die vier Temperamente bestimmten. Aus den Lehren des Galenus von Pergamon, wie sie den mittelalterliche Gelehrten bekannt waren, ergibt sich folgendes Schema (in der Reihenfolge Element, Körpersaft, Qualitäten, Farbe, Geschmack, Organ, Jahreszeit, Lebensalter, Fieberart und Geschlecht):

Luft – Blut, warm/feucht, rot, süß, Herz, Frühling, Jugend, febris continua, (keine Geschlechtszuordnung).

Feuer – Colera (Gelbgalle), warm/trocken, gelb, bitter, Leber, Sommer, junger Mann, febr. tertiana, männlich

Erde – Melancolia (Schwarzgalle), kalt/trocken, scharf und sauer, Milz, Herbst, alter Mann, febr. quartana, (keine Geschlechtszuordnung)

Wasser – Phlegma (Weißschleim), kalt/feucht, weiß, salzig, Gehirn, Winter, Greis, febr. quotitiana, weiblich.

Die vier Elemente waren auch von Bedeutung für die wissenschaftl. Spekulationen der Alchemisten, Iatromathematici und Astrologen. Sterndeuter ordneten den Elementen Himmelskörper und Eigenschaften zu: Erde entsprach dem Saturn (stumpf, träge, schwerfällig); Luft dem Jupiter (leicht, sprunghaft); Feuer dem Mars (Mut, Energie, Zorn); Luft der Venus (Eigenschaften wie bei Jupiter). Dem Merkur waren Feuer und Luft gleichermaßen zugeordnet, der Sonne entsprach Feuer und dem Mond Luft.

(s. Alchemie, tria principia)




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