Erzaufbereitung

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Lexikon des Mittealters Leben im Schatten der Zinnen: Burgen des Mittelalters und ihr Alltag
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Erzaufbereitung. Die bergmännisch zu Tage geförderten Erze lagen selten in reiner Form (“Stuferz”) vor sondern waren mehr oder weniger stark mit anderen Mineralien vermengt und mussten vor der Verhüttung durch verschiedene Arbeitsgänge (Rösten, Pochen, Scheiden, Waschen) von diesen getrennt werden. Um die Transportkosten niedrig zu halten, erfolgte die Aufbereitung in der Nähe der Gruben; zu den Schmelzhütten brachte man die Konzentrate.

Wenn auch die Hauer vor Ort schon das taube Gestein nach Möglichkeit ausgelesen hatten, wurden die geförderten Erzbrocken noch einmal mit kurzstieligen Fäusteln oder langstieligen Hämmern zerschlagen (gepocht), bevor sie in der Scheidstube auf der Klaubetafel nach erzhaltig oder taub sortiert wurden. Das Scheiden (Klauben, Kramen) war zumeist Arbeit von Mädchen, Frauen und älteren Arbeitern.

Um das Pochen erzhaltigen Gesteins zu erleichtern, wurde dieses auf einem Rost kreuzweise geschichteter Hölzer erhitzt (geröstet) und dadurch “mürbe” gemacht. Je nach Bedarf konnte das Erz ein- oder mehrmals geröstet werden. Ein vorteilhafter Nebeneffekt des Röstens war, dass dabei unerwünschte Begleitstoffe – besonders Schwefel – ausgetrieben wurden.

Im Spätmittelalter kamen wasserkraftgetriebene Pochwerke auf (s. Pochmühlen), in denen die Erzbrocken unter wiederholtem Sieben bis auf Sandkorngröße zerstoßen wurden. Goldhaltiges Erz wurde in Steinmühlen zu Staub gemahlen. Um aus dem Erzsand den Metallanteil auszuscheiden, nutzte man verschiedene Techniken des “Waschens”, bei welchen der schwere Erzanteil (“Erzschlich”) durch Sedimentation angereichert wurde (s. Waschwerke).

Sowohl die schlammigen, z.T schwermetallhaltigen Waschabgänge als auch die Abgase der Erzrösten (mit Ihrer CO2- und SO2-Fracht) trugen zu der mittelalterliche Umweltverschmutzung bei (s. Umweltprobleme).

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