Freiburg im Breisgau

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Lexikon des Mittealters Leben im Schatten der Zinnen: Burgen des Mittelalters und ihr Alltag
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Freiburg im Breisgau. In handels- und verkehrsmäßig günstiger Lage am Austritt des Dreisamtals in die Rheinebene am Fuß der westl. Ausläufer des Schwarzwaldes gründete 1120 Herzog Berthold III. von Zähringen Freiburg als Marktzentrum der Grafschaft Breisgau, von Anfang an ausgestattet mit städtischen Privilegien nach dem Vorbild der Stadt Köln. Die Stadt nahm durch Fern- und Regionalhandel, den Blei- und Silbererzabbau im nahen Schwarzwald (Schauinsland) und aufgrund ihrer Münzhoheit einen raschen Aufschwung und wurde zum Oberhof einer großen Stadtrechtsfamilie. Schon um die Mitte des 12. Jh. besaß die Stadt eine Umwehrung, die um 1200 mit Tortürmen bestückt wurde. 1218 kam Freiburg an die Grafen von Urach, 1328 kauften sich die Bürger gegen 15.000 Mark Silber aus deren ungeliebter Herrschaft frei und unterstellten sich dem Schutz des Hauses Habsburg. Seit 1248 stand dem patrizischen “Rat der Vierundzwanzig” das gemeinbürgerliche Gremium der “Jüngeren Vierundzwanzig” gegenüber, dem jedoch nur minimale Befugnisse zustanden. Von der Mitte des 13. Jh. an beteiligte sich Freiburg an Städtebünden, die der Sicherung des Landfriedens und dem Schutz des Handels dienten. An der Seite Erzherzogs Leopold III. von Österreich erlitten die Freiburger Adligen 1386 in der Schlacht von Sempach (s. Schweiz) derartige Verluste, dass im Stadtregiment die Zünfte ans Ruder kamen. Die Freiburger Universität (“Albertina”, nach ihrem Stifter Erzherzog Albrecht VI.) geht auf das Jahr 1457 zurück.

Das aus rotem Sandstein erbaute Freiburger Münster “Unserer lieben Frau” wurde um 1120 im hochroman. Stil begonnen. Aus dieser Epoche sind nur das Querschiff und die Unterbauten der östl. “Hahnentürme” erhalten. Seit etwa 1250 wurde das Langhaus im Stil der frz. Hochgotik errichtet, danach begann der Bau des 118 m hoch aufragenden Westturms (begonnen 1260, vollendet Mitte des 14. Jh.). Mit seinem achteckigen, in völlig durchbrochenem Maßwerk gehaltenen Helm, gilt er als der schönste Turm der dt. Gotik. Ab 1354 entstand anstelle des roman. Chores ein riesiger got. Neubau, der, von gleicher Länge wie das Langhaus, als dreischiffige Basilika mit Kapellenkranz konzipiert war. Baumeister war zu der Zeit Johannes von Gmünd aus der Bildhauerfamilie der Parler; unter seiner Leitung entstanden die Chorkapellen bis etwa zur halben Höhe, die beiden Chorportale und große Teile der Sakristei. Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten um 1370 kamen die Bauarbeiten ins Stocken und konnten erst 1471 unter dem Grazer Baumeister Hans Niesenberger wieder aufgenommen werden; 1513 wurden sie – bis auf die Einwölbung – mit der Kirchenweihe abgeschlossen (erst 1536 wurde ausweislich einer Inschrift das letzte Gewölbe des Chorumgangs vollendet). Beachtenswert sind die Glasfenster (14. Jh.) und der reiche Skulpturenschmuck (Figurenzyklus mit Muttergottes in der Turmvorhalle, ca. 1290 – 1310; die Skulpturen Christi und der Apostel im Mittelschiff, ca. 1310 – 30; das figurenreiche “Schöpfungsportal” auf der Nordseite und das “Marienportal” auf der Südseite). Das Münster ist ein beredtes Zeugnis für den Reichtum und den Selbstdarstellungswillen der Freiburger Bürger des hohen und späten Mittelalters, sowie der einzige große Dombau der dt. Gotik, der noch im Mittelalter vollendet wurde. Die im Turm dem Westportal vorgelagerte Halle diente dem städt. Gericht als Tagungsort. Weitere mittelalterliche Bauten der Stadt: Stadtpfarrkirche St. Martin (um 1250 – um 1350); Martinstor (Unterbau um 1210); Schwabentor (um 1250); Rathaus (1975-79 in seiner ursprünglichen Form des 14. Jh. wiederaufgebaut).

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