Gaden

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Gaden (ahd. gadam, gadum; mhd. gadem, gaden = Gemach, Verschlag, einräumiger Bau, Bude, hochgelegenes Gemach, Stockwerk). Dieser spezielle Bauteil begegnet uns vor allem in mittelalterliche Friedhöfen und ® Kirchenburgen, wo die Gaden sich mit ihrem Pultdach von innen an die Kirchhofs- bzw. Wehrmauer lehnen. Fallweise können sie auch unterkellert sein. Hier brachten die Bewohner des Kirchsprengels in Krisenzeiten ihr Hab und Gut – Lebensmittel- und Getränkevorräte, Wertgegenstände, Kleinvieh usf. – in Sicherheit; auch während friedlicher Epochen konnten die Gaden als Lagerraum genutzt werden.

In der Kirchenarchitektur bezeichnet man mit “Obergaden” (auch: Lichtgaden, Fenstergaden) die Zone derjenigen Fensterreihe in der Seitenwand des Schiffs, welche das Seitenschiff – und damit die an dieses angelehnten Krämerbuden (Gaden) – überragt (s. Basilika).

Obergaden nennt man auch den hölzernen Aufbau auf süddeutschen und schweizerischen Wohntürmen. Dieser kann über die Außenwände des darunterliegenden Stockwerks hinausragen.

Als Gadem wurden auch kleinere, nicht unterkellerte ein- oder zweizimmerige Wohnverschläge genannt, die im rückwärtigen Hofraum größerer Anwesen für Taglöhner, Witwen oder Arme errichtet waren.

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