Gans




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Gans (mhd. gans). Unsere europäische Hausgans stammt von der Graugans (Anser anser) ab, der größten Art unter den Wildgänsen Eurasiens. Älteste Domestikationsbelege stammen aus dem Alten Ägypten, wo Gänse als beliebtes Speiseopfertier gehalten wurden. Für Mitteleuropa ist die Haltung von Gänsen aufgrund archäo-zoologischer Befunde auf den Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit zu datieren. Bei Römern wie Germanen war die Gans ein häufig gehaltenes Hausgeflügel, das nicht nur wegen des Fleisches, der Leber, des Fettes und der Eier, sondern auch wegen der Daunen (s. Kissen) und Schwungfedern (s. Pfeil, Schreibfeder) geschätzt wurde. Das Körpergewicht lag je nach Geschlecht zwischen 2,5 und 4 kg. Unter den mittelalterliche Geflügelknochenfunden stehen die von Gänsen an zweiter Stelle hinter den von Hühnern. Bemerkenswert ist der hohe Anteil von Gänseknochen auf mittelalterliche Burgen; offensichtlich gehörten Gänse zu den Abgaben des Landvolks, welche von burgsässigen Herren bevorzugt wurden. Möglicherweise wurden sie auch wegen ihrer Wachsamkeit gehalten. Gänsemast war häufig ein Nebenerwerb der Müller, die so die Mahlabfälle verwerten konnten.

Der Gänsezehnt als Teil des Fleischzehnts war am 15. August (Mariae Himmelfahrt) zu entrichten.

In der christl. Bilderwelt erscheint die Gans zusammen mit dem hl. Martin (s. Martini) und anderen Heiligen (u.a. Brigitta, Ludger v. Utrecht, Milburga). Symbolhaft steht die Gans für das zur Geschwätzigkeit neigende hohe Alter von Männern und Frauen. Vielfältige Verwendung fanden von Gänsen stammende Produkte in der Volksmedizin: Gänseei half gegen Schlangenbiss und das “kalte Fieber”, Gänsefett war ein schlechthiniges Allheilmittel (“Anseris unguentum valet hoc super omne talentum”) und wurde gegen Lungensucht auf die Brust eingerieben, bei Haarausfall auf die Kopfhaut geschmiert und diente bei Schwergeburten als Gleitmittel. Kaum ein Körperbestandteil war ohne medizin. Wirksamkeit, sei es Flaum-Asche, Leber, Zunge, Blut, Fleisch, Hirn oder Gänsedreck.




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