Germanen




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Germanen. Sammelbezeichnung für diejenigen der indoeuropäischen Stämme, deren Sprache die erste (germanische) Lautverschiebung mitgemacht hatte. (Die Bezeichnung wurde von den Römern nach dem Namen eines niederrheinischen Stamms auf alle Stämme östl. des Rheins und nördl. der Donau bezogen. Die Germanen selbst hatten keine zusammenfassende Bezeichnung für die Vielzahl ihrer Stämme.) Seit dem 3. Jh. u. Z. bildeten sich die Großstämme heraus, die nach verschiedenen Wanderungsbewegungen im 6. Jh. zur Ruhe kamen, im Frühmittelalter eine geschichtliche Rolle spielten und zum Teil Träger von Stammesherzogtümern wurden: Alamannen, Angelsachsen, Bayern, Burgunder, Franken, Friesen, Hessen, Sachsen und Thüringer. Germanen wurden von röm. Autoren als hochgewachsen, blond und blauäugig geschildert. Sie lebten von Ackerbau und Viehzucht sowie vom Handel mit Sklaven, Pelzen und Bernstein. Als Wohnstätten dienten umfriedete Einzelhöfe oder Weiler, die vorzugsweise in Flussnähe angelegt waren. Über eine ursprünglich wenig differenzierte Gesellschaft erhoben sich erst in der Merowingerzeit aufgrund großen Grundbesitzes und starker Gefolgschaft aristokratische Oberschichten. Die alte german. Kampfesweise mit Lanze und Schild Mann gegen Mann änderte sich nach den Kontakten mit röm. Legionären: Formationskampf, Schwert und Reiterei wurden vermehrt eingesetzt. Die Rechtsprechung der Germanen beruhte auf mündlich tradierten Rechtsgrundsätzen. Öffentliche Angelegenheiten wurden auf dem Thing verhandelt, private Streitfälle durch das Fehderecht ausgetragen. Der Glaube der Germanen war von Natur- und Schicksalsgottheiten bestimmt (s. germanische Mythologie). Mit dem Christentum kamen manche der südlichen Germanenstämme schon am Ende des 2. Jh. u. Z. in Berührung, die eigentliche Christianisierung der Germanen nördl. der Alpen erfolgte von Gallien her ab dem 4. Jh.; iro-schottische und angelsächsische Mönche taten sich bei der Missionierung besonders hervor (s. Mission).




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