Gervasius von Tilbury

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Lexikon des Mittealters Leben im Schatten der Zinnen: Burgen des Mittelalters und ihr Alltag
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Gervasius von Tilbury (Gervasius Tilleberiensis, um 1160 – um 1240). In Tilbury, dem Londoner Seehafen oder in der gleichnamigen Stadt im Norden der Grafschaft Essex geboren und von adeligem Stand, erhielt Gervasius seine Schulbildung an “Schulen König Heinrichs von England” und studierte danach Rechtswissenschaft in Bologna, wo er den Magistergrad erwarb. Er war 1177 in Venedig bei Verhandlungen zwischen Friedrich Barbarossa und Papst Alexander III. anwesend. Nach seiner Heimkehr lebte er zwischen 1177 und 1183 am königlichen Hof als Berater des Prinzen Heinrich. Für diesen schrieb er ein Buch der Scherze (“Liber facetiarum”). Nach einem Zerwürfnis zwischen dem Prinzen und seinem Vater Heinrich II. floh Gervasius nach Frankreich und weiter an den Hof des Normannenkönigs Wilhelm II. in Palermo, wo er als Diplomat diente. Nach Wilhelms Tod und dem Ende der Normannenherrschaft in Sizilien findet er sich um 1201 in Arles als Richter des Arelats (“Magister Gervasius judex Arelatensis”) und Ratgeber König Ottos IV, Sohn des Welfenherzogs Heinrich d. Löwe. Nachdem Otto IV. in der Schlacht von Bouvines (1214) von staufischen und frz. Truppen besiegt und entmachtet worden war, zog sich Gervasius von der Politik zurück ging mit seinem Herrn nach Niedersachsen. Dort schrieb er für diesen das ” über die Wunder der Erde”, auch “Kaisertrost” (“Otia imperialia”) genannt (“Liber de mirabilibus mundi qui alias solacium imperatoris nominatur”, entstanden zwischen 1180 und 1216); es enthält u.a. eine Mirabiliensammlung (in der es von Monstren aller Art nur so wimmelt), eine Weltgeschichte vom Anbeginn der Zeit bis zur Regierungszeit Ottos IV., welche die Nichtigkeit irdischen Machtstrebens belegt, sowie eine Anleitung zur Gestaltung einer mappa mundi, die möglicherweise der Ebstorfer Weltkarte” zugrundeliegt. Nach Ottos Tod (1218) urkundet Gervasius 1223 – 1234 als Propst des Klosters Ebstorf (praepositus in Ebbekestorp). Danach verliert sich seine Spur.

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