Gesta

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Lexikon des Mittealters Leben im Schatten der Zinnen: Burgen des Mittelalters und ihr Alltag
Erkunde das Mittelalter: Über 3.979 Seiten und mehr als 6.400 Einträge bieten dir einen tiefen Einblick in diese Ära. Vom Ablass bis zur Zunftordnung - dieses eBook ist dein Guide durch die Geschichte, Gesellschaft und Kultur Europas von 500 bis 1500 n. Chr. Entdecke in „Leben im Schatten der Zinnen“ auf 122 Seiten die mittelalterliche Burgenwelt: Architektur, Alltag und ihre Rolle im Mittelalter kompakt erklärt.

Gesta (oder Gesten; v. lat. res gestae = Taten, Geschehnisse) hießen monographische Erzählungen von Völkern, Stämmen oder berühmten Gestalten der Geschichte. Die begriffliche Abgrenzung ist nicht immer eindeutig: häufig wurden Werke der Gattung auch als Chroniken bezeichnet. Das Ziel der gestae war meist eine Verbindung weltlicher Ereignisse mit dem göttlichen Heilsplan; sie sollten zum Guten ermuntern und vor bösen Taten warnen.

Als frühestes Beispiel der Literaturgattung gilt der “Liber pontificalis” (“Gesta pontificum Romanorum”, 6./7. Jh.), eine fortlaufende Päpsteliste mit Regierungszeiten, Kurzbiographien und kurzen Randnotizen. Diesem Vorbild folgend entstanden zahlreiche Bistumsgeschichten wie die “Gesta episcoporum Mettensium” (ca. 784) oder die “Gesta abbatum Fontanellensium” (um 833).

Zu den bedeutendsten Schriftstellern der Gattung gehören: Notker Balbulus, der in seiner “Gesta Karoli Magni Imperatoris” (um 885) eine Biographie Karls d. Gr. schrieb, die späteren Dichtern der Karlssage als Quelle diente. Liutprand von Cremona (um 915 – 72) gab in seiner “Historia Ottonis” einen Überblick über die ital. Geschichte zwischen 890 und 950. Widukind von Corvey (um 925 bis um 973) beschrieb in seiner Sachsengeschichte (“Res gestae Saxoniae”, geschrieben um 960) den Ursprung seines Volkes, den Aufstieg des sächsischen Kaiserhauses und die Regierungszeit Otto I. d. Gr. Hroswith von Gandersheim schrieb um 965 eine “Gesta Ottonis” in lat. Hexametern über die Familiengeschichte und das polit. Wirken Ottos I. Im 11. Jh. schrieb Wipo, ein Dichter am kaiserlichen Hof, die “Gesta Chuonradi II. Imperatoris” über Konrad II. und dessen Sohn Heinrich III. Helmold von Bosau beschloss 1172 seine “Chronica Slavorum”, einen Bericht über Christianisierung oder Vernichtung der heidnischen Slawen während der Ostkolonisation. Bischof Otto von Freising verfasste mit der “Gesta Friederici” (vollendet von seinem Schüler Rahewin um 1160) ein Lebensbild seines Neffen, Kaiser Friedrichs I. Von der Geschichte Dänemarks handelt die “Gesta Danorum” von Saxo Grammaticus (13. Jh.) Datiert von 1342 enttstanden in Deutschland oder England die “Gesta Romanorum” (“Moralitates et gestis Romanorum”), die sich auf römische Autoren sowie auf christliche Autoren der Spätantike und des Mittelalter stützen und mit christlichen Sentenzen unterlegt sind. Sie umfassen ca. 250 Fabeln, Märchen, Legenden und Novellen antiker, biblischer und hagiographischer Herkunft und zielen auf didaktische, moralisierende Wirkung. Sie waren weit verbreitet und in viele Volkssprachen übersetzt.

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