Gotische Glasmalerei

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gotische Glasmalerei. Die gotische Baukunst brachte es mit sich, dass die Mauerflächen zugunsten der Fensterflächen schwanden. Daraus ergab sich die Aufwertung und reiche Blüte der Glasmalerei. Die bunten Glasfenster sollten nicht nur die aus der Fläche verdrängten Bilder aufnehmen, sondern den Kirchenraum mit einem gleichsam paradiesischen Licht erfüllen. Die erzählend-illustrativ aufgebauten Szenen der Fensterbilder sind von einem Rahmenwerk aus gotischen Architekturformen (Nischen, Tabernakeln, Wimpergen, Strebepfeilern, Fialen usf.) umgeben. Fensterbilder dieser Art entstehen im 14. Jh. beispielsweise im Kölner und Regensburger Dom. “Medaillonfenster” genügen dem Bedürfnis, die Fensterflächen rhytmisch zu gliedern. Nicht zuletzt wird das eiserne Gerüst der Fensterarmaturen in das geometrische Spiel mit Quadraten und Kreisen mit einbezogen.

Das 15. Jh. brachte durch den Einfluss der Tafelmalerei eine neue Gestaltungsweise, bei der verschiedene Szenen nach der Art eines Flügelaltars in die Fensterfläche hineinkomponiert wurden. Durch Anwendung von Silbergelb, Überfangtechnik und Ausschleifen bzw. Ausätzen konnten immer detailreichere Bilder geschaffen werden.

Der Versuch, der Bildfläche eine perspektivische Tiefendimension aufzuzwingen, zeigt die Grenzen der auf Fläche angelegten Glasbildkunst auf. (Die Reformation mit ihrem Streben nach nüchternem, klaren Licht verbannte die bunten Fensterbilder; ein letzter Abglanz erhielt sich durch die bürgerliche Vorliebe für bemaltes Tafelglas.)

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