Gottesgericht

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Gottesgericht. Menschliche Sündhaftigkeit forderte fallweise den beleidigten Gott zu einem exemplarischen Strafgericht heraus, das sich in Unwettern, Hungersnöten, Seuchen, Erdbeben, Hochwassern und Sturmfluten entlud und den strafwürdigen Teil der Menschheit nach dem Muster von Sodom und Gomorrha abstrafte.

Jemand, der vor der irdischen Gerichtsamkeit kein Recht erfuhr, konnte seinen Widersacher vor den Richterstuhl Gottes fordern. So laden etwa unschuldig Verurteilte ihre Richter zum Gottesgericht. Beispiel: Der unter falschen Beschuldigungen zum Feuertod verurteilte Großmeister der Templer, Jacob Molay, forderte vor seiner Hinrichtung 1313 seine Verleumder, König Philipp den Schönen von Frankreich und Papst Clemens V., binnen Jahresfrist vor den Thron Gottes. Beide starben – der Ladung entsprechend – im Jahre 1314.

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