Gottschalk der Sachse




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Gottschalk der Sachse (Godescalcus Fulgentinus, G. Orbacensis, G. von Orbais; etwa 806 – vor 870). Gottschalk stammte aus einer sächsischen Grafenfamilie und wurde in jungen Jahren als puer oblatus der Reichsabtei Fulda übergeben. Als Erwachsener bestritt er die Rechtmäßigkeit der Praxis, Kinder dem Mönchtum zu überantworten und verlangte seine Entlassung aus dem Orden. Dies wurde von seinem Abt Hrabanus nicht zugestanden, Gottschalk wechselte in das westfränkische Kloster Orbais, wo er zum Priester geweiht wurde. So sehr er sich für die individuelle Selbstbestimmung einsetzte, so sehr stritt er sie als Philosoph ab: der Prädestinationslehre Augustins folgend, postulierte er in “De divina praedestinatione” die Vorbestimmtheit entweder zum ewigen Heil oder zur ewigen Verdammnis. In letzter Konsequenz bedeutete dies, dass Gott nicht wolle, dass alle Menschen selig würden. Damit stand Gottschalk im Widerspruch zu den bischöflichen Kapazitäten seiner Zeit, zu Hrabanus Maurus von Mainz und Hinkmar von Reims, die das kirchen- und kulturpolitische Konzept der karolingischen Reform durch derartigen Fatalismus gefährdet sahen. Gottschalk wurde auf zwei Synoden (Quiercy, 848 und 849) als Häretiker verurteilt, als er sich weigerte zu widerrufen, mit Ruten gezüchtigt, gezwungen seine Schriften zu verbrennen, für den Rest seines Lebens in Klosterhaft getan und zu ewigem Schweigen verdammt. (Bei den verbrannten Schriften hat es sich um eine Sammlung von Bibel- und Väterzitaten gehandelt, die seinen theologischen Standpunkt im Prädestinationsstreit untermauern sollten.) In seiner Stellung zur Prädestinations- und Gnadenlehre des späten Augustin war er konsequenter als seine Gegner, die sich zwar auf die Lehrautorität des Augustinus weiter beriefen, sich aber gleichzeitig der fatalistischen Folgerungen seiner Vorbestimmtheitslehre entziehen wollten.

Weitere Werke: “Confessio”, “Opuscula grammaticalia”, “Opuscula theologica”.




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