Granatapfel

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Granatapfel (mhd. granatapfel, aus lat. malum granatum = körnerreicher Apfel; botan. Punica granatum; der Name rührt daher, dass die Römer die Frucht durch die Punier/Phönizier kennengelernt hatten; mhd. auch: paradisapfel). Aus Asien in den Mittelmeerraum eingewanderter Strauch oder fünf bis sechs Meter hoher Baum mit apfelähnlichen Früchten (Scheinbeeren) von bis zu 10 cm Ø. Diese sind von einer dicken, lederartigen Haut umgeben, welche anfangs von grüner und in der Reife von orangeroter Farbe ist und die Frucht lange vor dem Austrocknen schützt. In den Kammern des Fruchtfleisches sind bis zu 400 essbare Samenkörner von erfrischend süßsaurem Geschmack enthalten.

Der Granatapfel findet sowohl im Alten Testament als auch in der griechischen Mythologie und im Koran Erwähnung. Er galt als Symbol der Liebe und der Fruchtbarkeit, den Christen auch der Unsterblichkeit und der Wiederauferstehung. In der bildenden Kunst des Mittelalter wurde der Granatapfel häufig zu einem Apfel (Malus domestica) umgedeutet.

Zu den wirksamen Inhaltsstoffen des Granatapfels zählen Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Gerbstoffe, Phytohormone, Zell-Schutzstoffe (Antioxidantien) u.a.

Stamm-, Ast- und Wurzelrinde des Baums, seine Früchte, deren Schale und der Saft daraus sowie die Blüten wurden schon in der Antike zu Heilzwecken gebraucht. So empfahlen Celsus, Dioscurides und Plinius die frische oder getrocknete Wurzelrinde als Mittel gegen Befall durch Darmparasiten (bes. Bandwürmer).

In unseren kühlen nördlichen Breiten, die kein geeignetes Anbaugebiet für den Granatapfelbaum darstellen, gelangten Produkte von diesem Baum als Luxus-Importgüter und als Arzneimittel, die in Apotheken als Spezereien vertrieben wurden. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass der Granatapfel keinen Eingang in volkstümliches Brauchtum, in die Volksmedizin oder in den Aberglauben gefunden hat.

Ärzte behandelten ruhrartige Erkrankungen mit Abkochungen von Granatapfel-Schalen. Die Samenkörner wurden zu Empfängisverhütung genommen, der Fruchtsaft war Bestandteil vieler Liebestränke. Der Macer floridus empfiehlt gegen Ohrenschmerzen das Einträufeln von Rautensaft, der in einer Granatapfelschale “lau geworden” war.

(s. Apfel)

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