Heinrich von Mügeln (Dichter)




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Heinrich von Mügeln (um 1320 – 1372). Urkundlich nicht belegter Sangspruchdichter, Historiker und Übersetzer aus Mügeln bei dem sächsischen Oschatz. Er lebte zeitweilig am Hofe Karls IV. in Prag, dichtete jedoch auch für dessen Gegner Rudolf IV. von Österreich sowie für König Ludwig I. von Ungarn und in Diensten anderer Fürsten. Er war fundiert gebildet in der lat. Sprache, in Literatur, Naturwissenschaften und scholastischer Philosophie, bezeichnete sich selbst jedoch als “laie”. Er übertrug gelehrtes Wissen in den literarischen Diskurs und leistete Wesentliches zur Entwicklung der Allegorie und der Spruchdichtung im Deutschen. Die Meistersinger zählen ihn zu den ®”Zwölf Alten Meistern”.

Seine in drei HS. überlieferte Vers-Allegorie “Der meide kranz” (Krone der Jungfrau) entwirft in über 2.500 Reimpaarversen ein umfassendes Bild der Natur-, Wert- und Wissenschaftsordnung. Im ersten Teil spricht Kaiser Karl IV., als “rex litteratus” Richter im Wettstreit der zwölf Artes (Philosophia, Grammatica, Logica, Rethorica, Arismetica, Geometrica, Musica, Astronomia, Phisica, Alchemia, Metaphisica und Theologia), der Theologie den ersten Rang zu, wodurch sie als Siegespreis die Sternenkrone des apokalyptischen Weibes (das ist “der meide kranz”) erringt. Der Kaiser sendet die Artes in Begleitung der personifizierten Sitte und Zucht zur Burg der Natura, welche die Theologia feierlich krönt. – Der zweite Teil handelt von Natura und den zwölf Tugenden (Weisheit, Gerechtigkeit, Stärke, Mäßigkeit, Freigebigkeit, Demut, Wahrheit, Barmherzigkeit, Friede, Liebe, Hoffnung und Glaube); Natura erhebt den Anspruch, dass diese sich von ihr herleiteten, was jede einzelne der Tugenden widerlegt. Die Theologie entscheidet letztendlich zugunsten der Tugenden, da sie von Gott und nicht von Natura stammten. – In einem Nachtragsbuch gibt Natura eine Selbstdarstellung und erklärt ihre Wirkkräfte von der Astrologie her. Im Epilog betont der Dichter nachdrücklich, dass Natura Gott und den Tugenden nachgeordnet sei. – Das Gedicht wird als Huldigung der Universität Prag an ihren Stifter Karl IV. nach dessen Kaiserkrönung (1355) verstanden. Es ist in einer Heidelberger (der einzigen illustrierten), einer Göttinger und einer Weimarer Handschrift erhalten.

Heinrichs literarische Bedeutung resultiert aus seiner Sangspruchdichtung, die fast vollständig in einer Göttinger Sammel-Handschrift von 1463 überliefert ist. Diese enthält 383 Sprüche und acht Minnelieder zu je drei Strophen. Daneben verfasste er für Rudolf IV. von Österreich eine dt. Prosachronik zur Geschichte Ungarns von der Sintflut bis ins Jahr 1333. Dem ungar. König Ludwig I. widmete er eine lat. Reimchronik über Ungarn. Außerdem schrieb er zahlreiche weltl. und geistl. Lehrgedichte im geblümten Stil und betätigte sich als Übersetzer (Memorabilien des Valerius Maximus, Psalmen und Psalmenkommentar des Nikolaus von Lyra).




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