Herrad von Hohenburg (H. v




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Herrad von Hohenburg (früher irrtümlich H. v. Landsberg; um 1125 – um 1196). Über Herrads Herkunft ist nichts bekannt; sie wurde im Augustinerkanonissenstift Hohenburg (Mons hohenburc) auf dem Odilienberg im Elsaß erzogen, als dessen Äbtissin sie von 1178-96 beurkundet ist. Sie war eine intelligente und tatkräftige Persönlichkeit, bewandert in der antiken und zeitgenössischen Literatur und schrieb zur Bildung und Erbauung ihrer Mitschwestern den “Hortus deliciarum” (Garten der Köstlichkeiten), ein mit allegorischen Miniaturen ausgeschmücktes enzyklopädisches Werk in lat. Sprache. Der Codex maß 50 x 37cm, umfasste – soweit erschlosen werden konnte – 324 Folien mit 344 teils farbig und mit Gold, teils federgezeichneten Miniaturen und basierte auf Auszügen aus Schriften der Bibel, der Kirchenväter und Kirchenlehrer sowie der Enzyklopädiker des Frühmittelalter und Hochmittelalter Neben theolog. Erläuterungen finden sich solche zu Astronomie, Zeitrechnung, Acker- und Gartenbau, zur Erfindung der Künste oder zu den Pflichten der Stände und zu Makro- und Mikrokosmos. Stets wird ein Gegenstand in seinen mystisch-allegorischen Zusammenhängen dargestellt. Die ca. 60 poetischen Texte sind meist als Hymnen verfasst und mit Notenzeichen versehen.

Der “Hortus” war in vier Abteilungen gegliedert: 1.) Schöpfung und atl. Geschichte; 2.) Leben Christi und Weltgeschichte bis zu den Aposteln; 3.) Entsteheung der Kirche und deren Auseinandersetzung mit den Mächten der Welt; 4.) Weltende und Jüngstes Gericht. Die lat. Texte hatten nur bildbegleitende Funktion und waren mit 1.250 marginalen oder interlinearen Glossen versehen. Das 1185 vollendete Buch fand innerhalb kurzer Zeit einen großen Leserkreis. Die Urschrift des Hortus verbrannte 1870 während der Belagerung durch deutsche Truppen in der Straßburger Bibliothek, konnte aber durch Rückgriff auf Abschriften, Pausen und Beschreibungen 1979 rekonstruiert werden.




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