Hinkmar von Reims

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Lexikon des Mittealters Leben im Schatten der Zinnen: Burgen des Mittelalters und ihr Alltag
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Hinkmar von Reims (Hincmarus Remensis; um 806 – 882). Er entstammte einer Adelsfamilie aus der Kirchenprovinz Reims, wurde früh ins Kloster St. Denis gegeben, wo seit 814 Hilduin sein Abt und Lehrer war. Als dieser 822 Erzkaplan Ludwigs des Frommen wurde, nahm er seinen Zögling mit an den Aachener Hof. 830 begleitete Hinkmar seinen verbannten Mentor ins Exil nach Corvey, nach dessen Begnadigung 831 zurück nach St. Denis. 845 ließ Karl der Kahle Hinkmar als Nachfolger des missliebig gewordenen Ebo zum Erzbischof von Reims wählen. In diesem Amt stieg er zum mächtigsten fränk. Metropoliten auf, mit großem Einfluss am Hof der Karolinger. Besondere Anliegen waren ihm die Zurückdämmung der Laienaristokratie in der Kirche, die freie Bischofswahl und die Errichtung eines theokratischen Staatswesens. Der von ihm anlässlich der Inthronisation Ludwigs II. geschaffene Krönungsritus sollte für Jahrhunderte gültig bleiben. In seinem Fürstenspiegel “De regis persona et regis ministerio” umreißt er seine Anschauung vom sakralen Königtum, überhöht er den König im Bild des “Christus Domini”.

Seine an Adalhard von Corbie angelehnte Darstellung der Organisation des fränk. Hofes (“De ordine palatii”) schätzen Historiker als Quelle von höchstem Wert.

In theologischen Lehrfragen blieb Hinkmar nicht unwidersprochen, besonders als er Gottschalk d. Sachsen (G. v. Orbais) aufgrund kontroverser Ansichten in den Prädestinationslehre auf mehreren Synoden verurteilen und lebenslang einkerkern ließ. Seinen Standpunkt in dieser Frage belegte er in der Schrift “De praedestinatione Dei et libero arbitrio posterior dissertatio adversus Gothescalcum”.

Hinkmar gilt als herausragender Vertreter der fränk. Hagiographie. Seine “Vita Remigii ep. Remensis” (um 878) – historisch ebensowenig verlässlich wie die kürzere Remigius-Vita des Gregor von Tours – ist in Abschnitte gegliedert, die zu einem Teil zur Lesung vor den Einfältigen (minus scientes), zum andern Teil für die Gebildeten (illuminati) gedacht waren. Handelten die Ersteren auf schlichte Weise von den Wundern und Heilungswerken des Heiligen, von dessen Milde und Mitleid, so hatten die anderen anspruchsvolle Gegenstände zum Inhalt, so das Geheimnis der Sünde, die Schöpfung der Welt ex nihilo oder die Willensfreiheit.

882 ist Hinkmar in Epernay auf der Flucht vor den Normannen gestorben.

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