Höfische Minne




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höfische Minne. Frauendienst (mhd. vrouwendienest; lat. ars honeste amandi) war, neben Gottes- und Herrendienst, eines der Leitideale höfischer Kultur und bezeichnete die sublimierte, edel vergeistigte Liebe zu einer Dame. Sie musste – im Gegensatz zur “niederen Minne” – ohne sexuelle Erfüllung bleiben, der Mann diente “minnend”, in erotischer wie in esoterischer Bindung, der einzigen erwählten, meist verheirateten Frau, deren Stellung häufig als die einer Lehnsherrin (Minneherrin) umschrieben wurde. (Jungfrauen kamen als Objekt der höhen Minne kaum in Betracht, da Mädchen schon im Kindesalter verheiratet wurden.) Der Liebende sollte durch den Minnedienst in seinen ritterlichen Tugenden bestärkt werden, als Lohn galten ihm ein Gruß, ein beim Abschied an die Lanze gebundenes Tuch, ein Blumenkranz beim Turniersieg.

Ausschlaggebend für die Herausbildung des kulturgeschichtlich einmaligen Phänomens der höfischen Minne dürfte die Lage vieler nachgeborener junger Ritter oder Edelknechte gewesen sein, die weder eine standesgemäße Einheirat finden konnten, noch ihr Leben im Kloster fristen wollten. Sie konzentrierten ihre unerfüllbaren Wünsche und Sehnsüchte auf eine Herrin ihres Herzens, eine verheiratete Dame.

Ihren literarischen Ausdruck fand die hohe Minne von der 2. Hälfte des 12. Jh. an im Minnesang, der sich an den Vorbildern provencalischer Trobadors orientierte. Wenn auch dem Ideal der höfischen Minne eine eher rauhe und profane Realität entsprochen haben mag, ihre verfeinernde Tendenz hat bis heute ihre Wirkung nicht verloren.

In bildlichen Darstellungen wurde die hohe Minne symbolisiert durch rote Herzen oder Rosenblüten, Granat- oder Minneäpfel, Burgen, ummauerte und verschlossene Lustgärten oder ritterliche Wettkkämpfe (Turniere).




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