Hühnerlegende




Jetzt neu verfügbar, das umfassende Lexikon über das Mittelater, mit mehr als 3.900 Seiten und über 6.400 Einträgen. Download als eBook ist hier verfügbar.

Das Nachschlagewerk gibt einen umfangreichen Überblick über die Zeit des Mittelalters, erfahre hier mehr darüber!

Hühnerlegende, Legende vom Hühnerwunder, vom Galgenwunder. Im Liber Sancti Jacobi, einer Mirakelsammlung um den Hl. Jacobus d. Ä. aus dem 12. Jh., findet sich u.a. die Legende vom Hühnerwunder. Auf einer Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela macht eine Familie aus Xanten Rast in einer Herberge in dem Ort Santo Domingo de la Calzada. Der bösartige Wirt schmuggelte einen wertvollen Silberbecher in eine Pilgertasche der Reisenden und bezichtigte sie des Diebstahls. Der Richter sprach den Sohn schuldig und ließ ihn hängen. Die Eltern zogen in tiefer Trauer weiter nach Santiago de Compostela. Auf dem Heimweg fanden sie nach 36 Tagen ihren Sohn lebend am Galgen – Jakobus hatte ihn während der ganzen Zeit gestützt. Der zu Unrecht Verurteilte wurde vom Galgen genommen und an seiner Stelle der Wirt gehenkt.

Die Hühner kommen in einer anderen Version der Legende ins Spiel. Die Wirtstochter hatte sich in den Sohn verliebt und wollte ihn verführen. Zur Rache dafür, dass der keusche junge Mann standhaft blieb, versteckte sie den Becher in dessen Gepäck und bezichtigte ihn des Diebstahls. Wie in der vorigen Erzählung wurde er hingerichtet. Als er von den heimkehrenden Eltern lebend gefunden wurde, eilten diese freudig zum Richter um ihm zu berichten, dass ihr Sohn noch lebe. Der Richter wollte dies nicht glauben und wies auf die gebratenen Hühner auf seinen Tisch: “Euer Sohn ist so lebendig wie diese Hühner hier”, worauf die Brathühner emporflatterten. Der Richter ließ den Sohn, der die ganze Zeit vom Hl. Jakob gestützt worden war, vom Strick nehmen und an statt seiner die Wirtstochter henken.

Das Motiv des Hühnerwunders ging in viele örtliche Legenden ein, wurde auch auf den Hl. Domingo Garcia, einen Förderer der Wallfahrt nach Santiago als Helfer bezogen, und fand sich vielfach in Wandmalereien, Altarbildern, Schnitzaltären und Glasfenstern von Jakobskapellen und -kirchen entlang der Jakobs-Pilgerwege. Als herausragendes Beispiel sei der Zwölf-Boten-Altar in der Jakobskirche zu Rothenburg o. T. genannt, der von Friedrich Herlin 1466 gemalt wurde. Zur Erinnerung an das wunderbare Geschehen findet sich noch heute in der Kathedrale von Santo Domingo de la Calzada ein kunstvoller Käfig mit einem Paar lebender Hühner.

(s. Jacobus der Ältere)




Das Lexikon,  als digitales eBook, über das Mittelalter mit 3.979 Seiten und mehr als 6.400 Einträgen, gibt einen umfassenden Überblick über die Zeit des Mittelalters. Vom Ablass, über Blutpfennig und Kernburg, bis zu Zunftordnung und Zwölf Alte Meister. Ein eBook als Nachschlagewerk, das die Aspekte der europäischen Geschichte, Gesellschaft und Kultur von 500 bis 1500 n. Chr.  abdeckt.

Das eBook jetzt für nur 6,99 EUR, inkl. MWST kaufen, sicher über unseren Partner digistore24 herunterladen

Wir setzen Cookies (eigene und von Drittanbietern) ein, um Ihnen die Nutzung unserer Webseite zu erleichtern und Ihnen Werbemitteilungen im Einklang mit Ihren Browser-Einstellungen anzuzeigen. Mit der weiteren Nutzung unserer Webseite sind Sie mit dem Einsatz der Cookies einverstanden. Weitere Informationen zu Cookies entnehmen Sie bitte unserer Datenschutzerklärung und Cookie-Richtlinie.

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen