Hunt

Cinque Terre Forest
Lexikon des Mittealters Leben im Schatten der Zinnen: Burgen des Mittelalters und ihr Alltag
Erkunde das Mittelalter: Über 3.979 Seiten und mehr als 6.400 Einträge bieten dir einen tiefen Einblick in diese Ära. Vom Ablass bis zur Zunftordnung - dieses eBook ist dein Guide durch die Geschichte, Gesellschaft und Kultur Europas von 500 bis 1500 n. Chr. Entdecke in „Leben im Schatten der Zinnen“ auf 122 Seiten die mittelalterliche Burgenwelt: Architektur, Alltag und ihre Rolle im Mittelalter kompakt erklärt.

Hunt (mhd. hunt, frnhd. hundt;) Diese Bezeichnung für Erzförderwagen wurde von dem Naturforscher Georgius Agricola (1494-1555) überliefert, da das Fahrgeräusch “einigen dem Hundeknurren ähnlich dünkte”; möglicherweise erinnert die Bezeichnung daran, dass starke Hunde das Erz in umghängten Lederbeuteln aus dem Stollen schafften. Die Bezeichnung “Garrenrecht”, die Ende des 12. Jh. in einer Kärntner Bergbauurkunde erscheint, deutet auf Förderwagen hin. Im Spätmittelalter wurden in den Bergwerksstrecken zur Rationalisierung des Transportes erzhaltigen Gesteins Grubenbahnen (“carrowegi”) eingerichtet. Sie bestanden aus zwei Reihen parallel in der Mitte des Karrenweges verlegter hölzernen Leitbalken (mhd. dremel = Balken, Riegel), in denen die Förderwagen (“hunte”; Kasten auf Scheibenrädern) derart geführt waren, dass ein am Boden der Hunte befestigter “Leitnagel” in der Führungsrille zwischen den Leitbalken entlangglitt und verhinderte, dass die Hunte rechts oder links von den Leitbalken abwichen. Laut Agricola fasste der Hunt um die Hälfte mehr als der Schubkarren. Derlei schienengeführte Förderwagen sind für den östl. Alpenraum (Schladming, Schwaz, Rattenberg) belegt. Als “Hundestößer” arbeiteten anfangs fast ausschließlich Schachtbuben (Lehrlinge), als Zugtiere fanden auch Hunde Verwendung.

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