Johannes von Marignola

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Lexikon des Mittealters Leben im Schatten der Zinnen: Burgen des Mittelalters und ihr Alltag
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Johannes von Marignola (Giovanni di Marignola, G. de Marignolli, G. da Firenze, G. di S. Lorenzo; 1290-1362). Aus einer adligen Florentiner Familie stammender Franziskanermönch von S. Croce in Florenz. Nach einer Professur in Theologie an der Universität von Bologna ging er 1338 im Auftrag von Papst Benedikt XII. mit einigen Ordensbrüdern nach Asien, um dort diplomatische Beziehungen zu knüpfen, zu predigen und zu taufen. Seine vierzehnjährige Reise führte ihn u.a. nach Konstantinopel (wo er vergeblich mit Kaiser Andronikos III. über die Wiedervereinigung der christl. Kirchen verhandelte), durch das Reich der Goldenen Horde und die Wüste Gobi, an den Hof des mongolischen Großkhans in Kambalyk (Peking), wo er drei Jahre verweilte, ferner nach Indien, Ceylon, Java, Sumatra, Jerusalem, Ninive, Babylon, Cypern, zurück nach Neapel und endlich an den päpstlichen Hof in Avignon (1353). Noch im Jahr seiner Rückkehr wurde er von Kaiser Karl IV. als Hofkaplan und -historiker nach Prag gerufen, um von seiner Reise zu berichten und eine Chronik Böhmens (Chronica Boemorum) zu schreiben. Das Werk geriet dem Johannes zu einer Weltgeschichte und -beschreibung aus biblischer Sicht, in die auch phantasievolle Erzählungen über seine Weltreise eingearbeitet sind. Der Auftraggeber, Karl IV., schrieb selbst eine Vorrede zu der Böhmenchronik (“Cronica Boemorum”), in der Johannes das fiktive Idealbild einer harmonischen Welt und eines kultivierten, gelehrten, weisen Herrschers entwirft.

Schon 1354 verließ Johannes Prag, um das Amt des Bischofs von Bisignano (Kalabrien) anzutreten. Dort führte er seine Chronik zu Ende.

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