Körpergröße

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Lexikon des Mittealters Leben im Schatten der Zinnen: Burgen des Mittelalters und ihr Alltag
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Körpergröße. Die durchschnittliche Körpergröße einer Population ist kein statischer Wert, sie ändert sich vielmehr mit wechselnden Einflüssen der Umwelt (Nahrungszusammensetzung und -menge, Körperbelastung durch verschiedene Stressoren wie Arbeit, Krankheit, Parasitenbefall, psychische Belastung [z.B. Lebensangst] usf.) sowie durch genetische Vermischung von Bevölkerungsgruppen unterschiedlicher Körpergröße.

Die Menschen des vormittelalterlichen germanischen Siedlungsraumes waren – belegt durch Berichte antiker Schriftsteller und neuzeitl. Skelettfunde – einheitlich großgewachsen und kräftig, erwachsene Männer waren 170 – 174 cm groß. Verantwortlich für die vergleichsweise große Körperlänge war u.a. die Ernährung, die zum großen Teil aus tierischem Eiweiß (Jagd, Weidevieh, Fischfang) bestand.

Für die während der Völkerwanderungszeit mobil gewordenen Germanenstämme ergab sich, trotz gewisser Änderungen in der Kost, zunächst keine Veränderung des Längenwachstums. Zu Beginn des Mittelalter setzte (wohl infolge der Vertreidung) eine Abnahme der Körpergröße sowie ein Nord-Südgefälle und eine Größendifferenzierung nach Sozialschichten ein. Daraus resultierte zu Ende des Mittelalter in Süddeutschland beim einfachen Volk eine Größenabnahme auf 165 bis 170 cm, in Norddeutschland eine Abnahme auf knapp 170 cm. Bei Angehörigen der Adelsschicht vollzog sich die Reduzierung der Körpergröße wesentlich langsamer, enthielt ihre Nahrung doch wesentlich mehr tierisches Eiweiß wie die der Restbevölkerung; noch im Hochmittelalter waren Adelige von überragender Statur, erst im Spätmittelalter wurden auch sie kleiner. Für die Körpergrößenabnahme bis zum 13.Jh. dürfte die allgemeie Abnahme von tierischem Eiweiß in der Nahrung von wesentlicher Bedeutung gewesen sein, danach machte sich – trotz steigenden Fleisch- und Fischkonsums – eine Wachstumsminderung bemerkbar, die wahrscheinlich auf weiträumige Bodenverarmung, und – beim Ritterstand – auf eine schon in der Jugend einsetzende Belastung durch die immer schwerer werdende Rüstung zurückzuführen ist.

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