Kontagium

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Kontagium (lat. contagium, = Ansteckung, Berührung). Ma. Gelehrte sahen die Auslöser von Krankheiten bei Mensch und Tier außer in dem zürnenden Herrgott in Dämonen- oder Hexenzauber auch in natürlichen Ursachen wie Miasmen, Giften oder unbekannten Ansteckungsstoffen (Kontagien). Die Letzteren dachte man sich als unbelebte, unspezifische Substanzen, die durch direkten Kontakt zwischen einem gesunden und einem erkrankten Individuum, oder über einen belebten oder unbelebten Zwischenträger übertragen wurden, und die Krankheit auslösten.

Eine Krankheit sollte umso leichter angehen, in je größerem Maß der betroffene Organismus in seinem Säftegleichgewicht gestört ist.

Als mögliche Kontagien galten beispielsweise die Ausscheidungen kranker Menschen (Kot, Speichel, Schweiß). Blut wurde nicht als ansteckungsfähig erachtet, und so wurde Aderlassblut beliebig in der Umwelt – meist in fließendem Wasser – entsorgt, was zur Ausbreitung von Seuchen beigetragen haben dürfte.

(Als erster, der eine Lehre von den Ansteckungsstoffen entwickelt hat, gilt der ital. Arzt und Naturphilosoph Girolamo Fracastoro (1478-1553). Er sah die Ursachen der epidemischen Krankheiten in spezifischen Keimen (seminaria morbi), die durch direkten Kontakt oder über die Atemlluft übertragen würden.)

Um bei Seuchenzügen Kontagien und damit Neuerkrankungen auszuschalten, entweste man die Wohnungen Erkrankter und Verstorbener durch Räucherungen.

(s. Krankheitsursachen)

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