Kontrafaktur

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Kontrafaktur (mlat. = Gegenwerk). Beim ein- und mehrstimmigen Lied des Mittelalter wurden häufig eingängige, geläufige Melodien mit einem neuen Text versehen. So wurden etwa weltliche Liedtexte durch geistliche ersetzt und umgekehrt, oder der Text eines Minneliedes wurde gegen einen anderen des gleichen Genres ausgetauscht. Beispiel: das “Palästinalied” Walthers von der Vogelweide, kontrafaziert nach einem Liebeslied (“Lanquan li jorn son lonc en mai”) des Trobadors Jaufre Rudel.

Nicht anzuwenden ist der Begriff auf die streng reglementierte und weitgehend vorgegebene Melodik der Sangspruchdichtung und des Meistersangs.

In der Literatur kann “Kontrafaktur” als gleichbedeutend mit ®”Parodie” betrachtet werden: als eine übertreibende, verzerrende oder verspottende Nachahmung eines bekannten Werkes, deren humoristischer Effekt auf der Beibehaltung der Form bei karikierend-abweichendem Inhalt beruht.

(s. Gegensang)

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