Kornelimünster

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Lexikon des Mittealters Leben im Schatten der Zinnen: Burgen des Mittelalters und ihr Alltag
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Kornelimünster (Inda, Inden, Monasterium ad Indam, 1257 als “Monasterium S. Corneli Indensis” genannt). Ca. 3 km südwestl. von Aachen an dem Flüsschen Inde gelegene ehem. Benediktiner-Reichsabtei. Sie war 815 von Ludwig dem Frommen gegründet worden mit dem Ziel, unter der Leitung Benedikts von Aniane zur Musterabtei des Frankenreiches (schola monachorum) ausgebaut zu werden. 817 wurde die Klosterkirche geweiht. Das Elitekloster des Kaisers mit seiner kleinen dreischiffigen Basilika und Wohngebäuden für ca. 30 Konventualen wurde schon 881, ein zweites Mal 892 von den Normannen zerstört. Das wiederaufgebaute Kloster erhielt 948 durch Otto I. Reichsunmittelbarkeit, dem Konvent stand nunmehr ein reichsfreier Abt vor. Das weltliche Territorium der Abtei bildete das sog. “Münsterländchen”. In die neue, auf den Fundamenten der Vorgängerkirche errichteten Klosterkirche wurden um 875 Reliquien (Schädelknochen und rechter Arm) des frühchristl. hl. Papstes Kornelius überführt. 1310 wurden Kirche und Kloster von Aachener Bürgern niedergebrannt – möglicherweise sahen diese die Aachener Heiltumswallfahrt durch die jeweils zur gleichen Zeit gehaltene Heiltumsweisung der Abtei geschmälert. Zu den Heiltümern Indens gehörten neben den Kornelius-Reliquien die Biblischen Heiligtümer Grabtuch (Sindon Munda), Schweißtuch (Sudarium Domini) und Schürztuch Christi (Linteum Domini), die in enger Beziehung zu den Aachener Heiltümern stehen. Kaiser und Papst verurteilten die Aachener Bürgerschaft zum Wiederaufbau der Abtei. Es entstand eine große gotische Kirche in Form einer fünfschiffigen Halle; deren beide südliche Schiffe waren als Pilgerkirche von der übrigen, den Konventualen vorbehaltenen Kirche abgetrennt. Ab 1359 kam es – ausweislich einer Ablassbulle des Papstes Innozenz VI. – zur Tradition der heute noch üblichen Ablassfahrten im siebenjährigen Turnus. Zu dem überkommenen Kirchenschatz gehören die Korneliusbüste (in Silber getriebenes, teilweise vergoldetes Haupt das Märtyrers, gekrönt mit der päpstl. Tiara) und das Kornelius-Horn (in Silber gefasstes Wasserbüffelhorn zum Trinken des geweihten Wassers; das Horn – lat. cornu – ist das vom Namen des Heiligen abgeleitete Attribut, das ihn auch zum Beschützer des Hornviehs werden ließ).

Die Abtei wurde 1802 säkularisiert, die Klosterkirche dient heute als Pfarrkirche.

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